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28.4.2009 von Bunduki.
Geschichten von und über die Jagd, gibt es sicher seit den ersten Höhlenmenschen.
Was uns daran fasziniert , ist die Tatsache, dass jede Jagdsituation immer wieder neu erlebt und erfahren wird.
Jeder Jäger nimmt „seine Jagd“ anders war und berichtet entsprechend von ihr.
Natürlich nur ….! …wenn er auch erzählen kann !
Ansonsten wird’s der bekannte Krampf aus Selbstbeweihräucherung, postpubertärer Allwissenheit und der Ursünde aller guten Erzählung : aus Pathos!
Davon wird leider auch heute noch viel zu viel in Tinte und Pixel umgesetzt.
Der schwülstige Odem der Rominter-Heide, wird nur all zu gerne noch mit Geschreibsel im amateurhaften Karl May Stil vermischt und dann in Jagdzeitschriften,Traktaten und natürlich im Internet als teutsche Jagdliteratur ausgegeben.
Dabei gibt es so was wie Jagdliteratur gar nicht. Es gibt nur gute oder schlechte Geschichten…egal wovon sie handeln.
Leider geben sich die, die schreiben können, bei uns nicht mit der Jagd ab.
So entgeht uns allen eine erquickliche, literarische Auseinandersetzung mit der Jagd.
In den angloamerikanischen Ländern ist dies ganz anders.
Dort versuchten sich Hemmingway, Ruark, Zane Grey und Jack London ebenso an der Jagderzählung, wie es eine Gemeinde von hervorragenden Schreibern gab und gibt, die eben auch über Jagen und Fischen schreiben.
Terry Wieland, Michael Macintosh, Warren Page, Jim Fergus, Nash Buckingham, Sir Joseph Nickerson, Courtney Borden sind nur wenige, von vielen.
Einige lebten und leben gut von ihrer Schreibe, andere schreiben aus Spass, wie der bekannte englische Militär-Historiker Michael Yardley, oder wie ein gewisser Herr T. Roosevelt dem es weder an Anerkennung noch Arbeit mangelte ,dennoch nicht widerstehen konnte, sein
jagdliches Leben zu beschreiben.
Als Ergänzung zum vorangegangenen Blog über die Jagdzeitungen in aller Welt ,hier nun einige Geschichtensammlungen über Jagd, Fischen und „Outdoorlive“.
Gemein haben alle, dass sie lange schon vergangen sind…auch, dass sie wie ihre Erzähler, ein klein wenig berühmt geworden sind.
Zum Schmökern, als Bettlektüre oder für unterwegs um abzuschalten, eignen sich Kurzgeschichten ganz besonders gut.
Wunderbare Sammlungen aus 100 Jahren Zeitungsgeschichte, bieten die Jubiläumsausgaben der großen US Outdoor Zeitschriften
BEST OF FIELD AN D STREAM
Erzählungen der besten Federn Amerikas, rund um Jagen und Angeln.
Das Who is Who der US Jagdgeschichten.
BEST OF SPORTS AFIELD
Auch das Konkurrenzblatt bietet eine Zusammenfassung herrlicher Geschichten
100 YEARS BEST OF OUTDOOR LIFE
Und da die drei Großen Magazine heute zusammenarbeiten, präsentiert natürlich auch Outdoorlife einen hochinteressanten und kurzweiligen Blick in die Vergangenheit.
Mr President himself, Theodore Roosevelt,der sicherlich größte Jäger unter allen Präsidenten, aber auch der Vater des Yellowstone Nationalparkes ,beschreibt in dem nachstehenden Buch die Jagdkultur des 19.Jahrhunderts in den USA .
Ein durchaus gewöhnungsbedürftiger Schreiber (nicht, wenn sie gerne Flintenblog lesen
) war Col. Charles Askins.
Soldat, Jäger, Grenzpolizist und einer der besten Schützen seiner Zeit.
Rücksichtslos, Hartherzig , kalt wie Hundeschnautze;… sind wenig schmeichelnde Beschreibungen dieses Mannes, der zu seiner Zeit der „dean der shooting gunwriter“ war.
Humorvoll,ohne Schnörkel und so kompetent, dass er beissenden Spott über Dummköpfe ausschüttete, wo immer er dies für nötig hielt.
Seine Biografie erschien unter dem bezeichnenden Titel
THE UNREPENTANT SINNER
In den 20er Jahren schrieb er eine Reihe von Auftragsbüchlein für eine Munitionsfirma.
Diese kleinen, dünnen Büchlein gibts heute wieder zu normalen Preisen als Nachdruck:
Askins schrieb auch über einen Mann der sich in der frühen Waffen/Flinten Technik einen Namen gemacht hatte und bei uns absolut unbekannt ist:
FRED KIMBLE MASTER DUCKSHOT
Nun noch ein ganz besonderes Leckerli, dass ich der Empfehlung eines lieben Flinten, Bücher, Uhren, Gitarren, Messer und neuerdings auch noch Angelruten sammelnden Freundes verdanke.
Stellen sie sich einen Menschen vor, der ein Buch über alles schreiben will, was mit dem Leben in freier Natur verbunden ist.
Wie lebe und überlebe ich, was esse ich, was brauche ich ,wie jagt und fischt man, welche Waffen gibt es ,wie lädt man Patronen wieder und wie werden Plätzchen gebacken….?
Das alles mit Bildern und Gebrauchsanleitungen versehen.
Ein solcher Mensch, der eine derartige Arbeit auf sich nahm, war Mr. Francis H Buzzacott
Der Mann hatte durchaus nicht alle Dachlatten festgenagelt, was man an seinen anderen Büchern merkt, aber dann hat er doch was genialen geschaffen.
THE COMPLETE SPORTSMAN ENCYCLOPEDIA by Francis Buzzacott
Auf über 500 Seiten zeigt er alles auf, was man um die Jahrhunterwende als „woodcraft“ und unter den modernsten Outdoorartikeln zu verstehen hatte.
Ein herrlicher Zeitvertreib , der dazu noch so wunderbar unsere derzeitige Werbe und Marketingmaschine entlarft.
Lesen Sie, Staunen Sie und Lachen sie, über die neuesten Erfindungen, die es schon vor 100 Jahren gab.
Zu guter Letzt noch etwas besonders anspruchsvolles.
Es ist zu einer drolligen Gewohnheit einiger geworden , mich nach jedem Blog ausführlich zu beschimpfen.
Nun,…halb so wild,…weil : „was juckts die Eiche, wenn sich ein Schw…. „
Die Buch- und Zeitschriften Empfehlungen sind nun mal immer aus dem englisch sprachigen Raum.
Den Grund nannte ich bereits? Jaaaa! Mehrmals!
Und subjektiv ist alle Auswahl auch ! …und als solche auch deklariert!
Und „subjektiv“ heißt die „individuelle Wahrnehmung eines Individuums“ (meiner einer) capicce?
Worüber sich nun aufregen? Dass ich, Meine Zeit, und Mein Wissen für andere vergeude und nix dafür verlange?
Aber nicht dafür…! Gern geschehen. ![]()
Einer muß ja noch die Laterne des Flintenschießens halten, bei aller selbstgerechten Dunkelheit da draußen.
Und wenns nicht konviniert…einfach nicht lesen
Und als Geschenk ,weils der 200ste Blog Eintrag ist, für alle, die lieber was Deutsches lesen:
Wie wär’s mal mit Iwan Sergejewitsch Turgenew
Bunduki
Flintenschießen muß man lernen…weil : von selbst, kommt nur der Frust.
Also lernen sie’s bei Profis.
PS.
Dass alle Links zu Amazon gehen, liegt daran, dass man die Bücher so dort leicht finden kann.(eine Anregung eines Lesers)
Fast alle Bücher gibt es teurer und billiger auch bei anderen Händlern.
Mir gehört weder Amazon,oder Egun noch die Deutsche Bank ! Ergo ists auch keine keine Werbung
Soviel zu den Gerüchten von den flachländischen Biertischen ![]()
Geschrieben in Bücher und Filme | 4 Kommentare »
27.4.2009 von Bunduki.
Das Besondere an unserem Sport ist, dass er rund um die Welt von allen möglichen Menschen betrieben wird.
Auf jedem Kontinent und in jeder Sprache wird gejagt.
Es ist faszinierend wie andere Menschen jagen, wie sie mit ihren Flinten umgehen.
All die kleinen Details der Jagd , die sie von uns unterscheiden , all die Details die wir gemeinsam haben.
Und dabei ist es nicht wichtig, ob wir den Unterschieden der internationalen Jagd voll zustimmen, ob wir drüber den Kopf schütteln , oder klammheimlich neidisch sind,… auf „andere Verhältnisse“.
Wer Details sehen will, muss Abstand halten, zu aller erst von seiner eigenen Position, die nur allzuoft auch ein kleines Podest sein kann…
Dann erkennt er im Ganzen die Details und kann sich leichter ein Urteil ,abseits von Vorurteilen und chauvinistischer Rechthaberen, machen.
G.B.Shaw sagte so treffend: „pedantisches Beharren ist das Zeichen kleiner Geister“
Recht hatte er, der alte Spötter.
Spott und Häme über alle, die nur Ihre eigene kleine Welt als die Wahre und Einzige, für alle anderen, betrachten !
Nicht zuletzt um den Beckmessern und weinerlichen Nostalgikern unserer Jagd, Paroli bieten zu können , lohnt es sich, ein wenig in den Zeitschriften der weiten , bunten Welt zu stöbern.
Verwundert stellen wir fest, dass man woanders sogar Redakteure mit Fachwissen um Flinten beschäftigt.
Wir reiben uns die Augen, um immer neue ,bei uns unbekannte Flintenmodelle vorgestellt zu bekommen und staunen bei solchen Berichten, das „tatsächlich getestet“ wurde.
Das verwundert uns , wo wir nun schon seit Jahren nur noch die abkopierten Werbeartikel der Marketingabteilungen serviert bekommen.
Wir lesen Jagdgeschichten aus der Gegenwart…kein seniles Schwadronieren geronter Exhelden aus den letzten Kriegstagen oder das schwülstige Hohelied auf den angebundenen Polenhirsch…
Da gibt’s tatsächlich Schreiber, die rund um die Welt reisen, Jagden testen, Flinten beschreiben, kurzweilig über berühmte Manufakturen berichten, die Bücher veröffentlichen und…die auch begeisterte Leser finden,weil sie “Schreibe haben”!
Jagd ist Lebensfreude und Freude an der Natur…Flintenschießen ist Freude an der Bewegung, Lust sich an sich selbst zu messen und für viele auch die Faszination an formidabler Waffentechnik.
Es ist schön, dass dies wenigstens im Ausland von Redaktionen und Verlagen ebenso gesehen wird.
Anbei nun eine kleine, subjektive und natürlich unvollständige Sammlung an Links zu Zeitschriften, die sich mit unserem Hobby beschäftigen.
Eine Gruppe von englischen Zeitschriften hat sich dem Flintensport in seiner exklusiven Form verschrieben und berichtet schon fast als Gesellschaftsmagazin über Events und Jagden.
Einige US-Publikationen haben sich den gehobenen Flinten verschrieben.
Sie sind sowohl für Sammler wie für Jäger interessant…wenn auch meist nur,um sich Appetit zu holen,denn die Preise der vorgestellten Jagden,Reisen und Waffen sind meist nichts für „Normalos“
Für ganz normale Geldbeutel und auch für Jäger aber besonders für die aktiven Flintenschützen und Sportler, hat sich ein eigener Zeitschriftenmarkt aufgetan ,der in den USA und in England heute zu denen gehört, die durch ihre Themenwahl die höchsten Zuwachsraten gewonnen haben.
Übrigens verfügen fast alle ZeitschrIften heute über Online-Ausgaben und Gesprächsforen.
Letztere sind ein vergnüglicher Quell an Kontakten und kurzweiliger Unterhaltung und Erfahrungsaustausch.
Gezänk , neidisches Genörgel, beleidigende Dauerstörer und die rechthaberischen Wortwiederholer sind ein trauriges Kapitel deutscher Foren und werden im Ausland von aktiven Moderatoren fluggs ausgemendelt.
Reine Jagdmagazine, die sich mit allen Variationen der Jagd ,des „outdoor-lebens“ und des Fischfangs beschäftigen, sind typisch für die USA.
Einige Schreiber haben längst Kultstatus und leben prächtig von ihren Büchern und Artikeln.
Aber auch Schriftsteller wie Ruark, Hemmingway und sogar Präsidenten wie Teddy Roosevelt, waren sich nicht zu schade, ihre Jagderlebnisse in diesen Zeitschriften zu erzählen.
Nicht ganz so berühmt wie die o.g. Periodica,deren einzelne Sonderausgaben heute schon dreistellige Beträge bei Sammlern kosten, sind die nachfolgenden Magazine:
Typisch für die Spezialisierung der Interessen, sind Magazine, die sich kleine Markt/Interessen-nischen erobert haben:
Einer ist der Verlag des QUAIL FOREVER
Unsere Nachbarn im Süden stehen den Amerikaner nicht nach.
Einzig die Kurzlebigkeit so manchen Magazins überrascht. Verlagen kommen und gehen, interessante Titel erscheinen und verschwinden.
Eine Konstante ist hier das Internet,welches mit umfangreichen Portalen die Leser auf dem laufenden hält.
Leider, lieber Leser…alles auf „auswärts“.
Der polyglotte Flintenfreund hat’s eben leichter, sich ein Bild zu machen.
Doch englisch ist eine Weltsprache, die sich immer mehr Junge wie Alte aneignen ,um weiter zu sehen, als der Tellerrand unserer kleinen deutschen Randexistenz es zulassen will…
Also ,Mut und Wörterbuch gefasst und einfach mal rein gerochen; ins andere ,… ins Fremde…so anders ist’s auch nicht….
…das schlimmste was einem passieren kann, ist zu merken, dass man noch nicht alles weiß.
Wir bringen Ihnen den Spass am Flintenschießen bei ! Denn Spass kommt von Können ! …und Können gibts beim Prof!i
Einfach mal unsere Kurse besuchen.
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23.4.2009 von Bunduki.
Ein kleiner Blick über die Grenzen lohnt sich immer.
Wenn Brenner und Fernpass wieder ohne lästigen Winter zu befahren sind, ist es gerade für die Süddeutschen nur noch eine Katzensprung ins Land des Bardolino.
Was dort abgeht ist kollosal,denn vornehme nordische Zurückhaltung beim Tontaubensport ist nicht die Sache der Italiener.
Dort schießt man auch noch mit „Waffen“ und als „Sportgerät“ bezeichnet man dort Fahrrad und Fußball und ist deswegen nicht weniger sportlich oder friedfertig, als ein teutonisch politisch korrekt weichgespülter DSB-Zielsportleistungskader.
Vielleicht hat man aber ein wenig mehr südländische Lebensfreude an der Sache….
Gezierte Brührungsängste wie bei uns, gibt es da nicht. IPSC (tiro dynamico) wird von den gleichen Leuten geliebt, die auch Tonscheiben und Chingale (Schweinchen) jagen.
ZZ (Elica) , Sporting und alle Olympischen Disziplinen werden reichhaltig angeboten und bei Training und Wettbewerben sind auch Ausländer gerne gesehen .
SLFs sind kein Tabu in einem Land, in dem Kunstschütze und Weltrekordler Renato Lamera, regelmässig Vorführungen seiner Kunst gibt.
Und deutsche Schützen werden immer mehr im Süden.Da sorgen schon nörgelde Vereinsmeier, Schießstandzeiten und so mancher blasierte Verband dafür.
Wie akzeptiert und willkommen eine Partnerschaft aus Norden und Süden ist, beweisen unsere Kärtner Freunde vom SCCA jedes Jahr mit dem Alpe Adria Cup, den sie gleich mit Ihrer LM verbinden und im wilden Tolmezzo schießen …und natürlich mit einer zünftigen Grillatta ausklingen lassen. Näheres über die Termin Webseite des SCCA
Neue Aktionen gibt’s immer wieder auf Cieli Aperti,dem Stand von Renato Lamera.
Nun wurde dort auch die Gruppe Rose Rosse gegründet,die Frauen und Mädchen den Sport schmackhaft machen möchte.
Daten, Termine, Berichte und Videos und findet man auf
Il Tiro.com
dem umfassenden italienischen Portal fürs sportliche Flintenschießen.
Die Lage der Stände, sowie Waffenhersteller und Geschäften findet man natürlich im Flintenblog unter Links .
Kontakte zu Vereinen im Norden Italiens gibt für die Lombardei und fürs Veneto durch die regionale FITAV
Die Waffeneinfuhr ist mit EFP denkbar einfach , Munition gibt’s günstig vor Ort.
Und Lebensart , Dolce Vita und alles, um auch begleitende Personen von Italien zu überzeugen gibt’s überall…. Beispiel
Also nix wie hin…und das teutonische Flinten-Jammertal hinter sich lassen…
Geschrieben in Reisen und Blicke übern Tellerrand | Keine Kommentare »
14.4.2009 von Bunduki.
Mir erscheinen GEZ Gebühren schlicht überflüssig.
Was soll ich mich vor dem TV an den Possen von Urban Priol und Herrn Late-Night-Schmidt
erfreuen ,wenn’s ohne Obulus an die Pensionskasse untertalentierter TV-Redakteure auch geht.
Wie?
Ein Ausflug ins nächste Zentrum des Jagd- und Sportfachhandels genügt .
Da stand ein Jägersmann, reichlich 45 Jahre , ca.1,75 und mannsgerechte 110kg im Laden und tauschte seinen in Ehren ergraute DF nun in ein stahlschrottaugliches Hightec- Flintensportgerät des 21 Jh.
Beraten und betreut wurde er von einem, knapp den Baggiepants entwachsenem Service- Assistant-Executive,dessen Clearasil-klare Stirn in versuchsweise Falten gelegt war ,bei der Anstrengung,dem „Customer“ die Vorzüge der Waffe korrekt aus dem auswendig gelernten Werbefaltblatt zur reklamieren.
Natürlich wurden dem Kaufinteressenten auch fachgerecht die Schaftmaße abgenommen,…natürlich mit der bewährten Ellenbogen Zeigefinger-methode ,die schon Winnetou und Ranger von Ihrem sächsischen Lügenbold gelernt hatten.
Bemerkenswert wie Company-minded der Bling-Community gestählte Fachverkäufer, die Vorteile des Schießgerätes aufsagte und immer wieder auf die wunderbare Ausgewogenheiten der genialen Waffe zu sprechen kam ,…die man natürlich ,sollte sie nicht konvinieren, mittels allerlei twentyfirst- century-Schnick-Schnack, aufs einfachste abändern könnte.
Dann kam es, wie es immer kommt, die Selbstüberschätzung verführte unsere aufstrebende Jungservicefachkraft zu der Aussage, dass man „heute ohne 81er Läufe ja gar nichts mehr trifft“….“denken Sie nur an Digweed!“ schnodderte jener, der Provision schon sichere, dumpfe Ladenschwengel.
Wie wir alle wissen, folgt auf die Anmaßung der Hybris, stets die Rache der Nemesis und diese sah dann so aus, dass der Käufer samt seiner alten DF genervt aus dem Laden flüchtete und sich sein neues Schießgewehr im sonnigen Italien zusammenstellen ließ, wo man erwachsene Fachleute hat und wo man auch noch mit 71er Läufen trifft.
Come in and find out.!
Recht hatte er, der gute Jäger aus der Geschichte, denn er wusste aus Erfahrung, dass die Lauflänge etwas sehr individuelles ist, bei deren Auswahl der Rat eines Verkäufers meist eher deplaziert wirkt.
Die Lauflänge wirkt sich einmal auf die Führigkeit einer Jagdwaffe aus und sollte somit an die Jagdgewohnheiten und Revierbedingungen angepasst sein.
Bei einer sportlich verwendeten Flinte spielt erst mal die zu schießende Disziplin eine Rolle.
Da jede Sportart ihr spezifisches Schwungprofil besitzt ,muss die Waffe und die Lauflänge hierauf abgestimmt sein.
Zur Veranschaulichung:
American Trap:
Enger präziser Schwung,büchsenhafte Präzision bei minimalen Bewegungen.
Ein einzelner, schwerer, extrem langer und entsprechend träger Lauf.
Trap
Der Schwung ist präzise, aber nicht ausladend und braucht nicht abgebremst zu werden.
Ein langer träger Lauf ist hier ideal.
Doppeltrap
Auch hier wird präzise und moderat geschwungen;
Aber der Schwung muß abgebrochen und neu aufgebaut werden, um die zweite Taube zu beschießen.
Hier braucht’s einen weniger trägen, etwas kürzeren Lauf.
Skeet
Schnelles Schießen und weites Schwungprofil.
Blitzschnelles Wechseln des Schwungs bei den Doubletten erfordern einen kurzen dynamischen Lauf, bei einer kurzen Gesamtlänge.
ZZ/LP
Unvorhersehbare Schwungweiten bei sehr präziser Schußabgabe.
Hier findet eine dynamisch gewichtete Flinte mit moderaten Lauflängen ihren Einsatz.
Englisch Sporting
Weite und enge Schwünge wechseln sich ab.
Aber gerade die extremen longflowters bedürfen eines langen Laufes, in einer nicht zu schweren Flinte.
FITASC
Bisher fast wie english sporting;…nun, nach einer Regeländerung sind moderate Lauflängen und moderate Gesamtgewichte auf dem Vormarsch.
Extrem kurze und realistisch weite Tauben wechseln sich ab und/oder bilden Doubletten.
Die Jagdnähe ist offensichtlich.
Die Jagd
Was nun das Waidwerk mit der Flinte angeht, so gilt :
Die Lauflänge welche dem Schützen in seinem Revier das Optimum an Beweglichkeit und beim Schwung die größtmögliche Ausgeglichenheit bietet, ist ideal.
Hier entscheiden zumeist schlicht die Körpermaße des Schützen und sein ureigenes
Gefühl für ein harmonisches Waffenhandling.
So wird sich ein Schütze mit 1,75 bis 1,80 sicher mit einer 71 er Flinte gut fühlen, während der Mann mit 1,90 sicher eine 76er Flinte besser schwingen kann.
Und wer mit 1,95 und einer 81cm Lauflänge auf der Gänsejagd sein Heil versucht ,ist sicher auf der richtigen Seite.
Harmonie ist alles beim Schwung !
Um diese Gleichmäßigkeit zu erreichen, sollte man wissen, wie und wo der Schwung entsteht.
Nicht die Arme schwingen die Flinte, sondern die Muskeln im Rücken.
Die Drehachse ist also bei Horizontalschwung das Rückrat.
Die Schultern werden zur Flugrichtung gedreht, die Ober-Arme besorgen den Höhenausgleich und die Unterarme und die Finger der Führhand kontrollieren, bremsen , beschleunigen…kurz , sie ergeben das Feintuning des Schwunges.
Nun wird klar, dass wir nicht Läufe /Lauflängen schwingen, sondern ganze Waffen, denn der Drehpunkt des Schwunges ist nicht der Schwerpunkt der Waffe.
Jener hat die Aufgabe einen möglichst ausgeglichenen und ermüdungsfreien Führungswinkel des Führungsarmes zu ermöglichen.
Weite Bewegungen sollen unverkrampft und ohne Handwechsel in vertikaler und horizontaler
Achse durchgeführt werden können.
Wir schwingen also das ganze Gewehr auf ganzer Länge !
Ergo ist sogar der Waffentyp,ob BDF oder SLF beim Schwung nur sekundär, solange das „Gesamtverhältnis Schütze- Waffe - Aufgabe“ stimmt.
Und genau deshalb kann und darf man die Lauflänge nicht vom Rest der Waffe isoliert ansehen.
Sonst wär’s einfach:
Kurzer Lauf > schneller Schwung …….. langer Lauf >langsamer Schwung
Diese Gleichung mag zwar stimmen, ist aber dennoch nur ein Teilaspekt.
Ebenso wichtig ,um das gewünschte Schwungprofil zu erreichen, ist der Schütze selbst.
Neben seiner Gesamt-Länge, ist es auch wichtig, wie lang seine Arme sind, wie lang Hals und wie breit die Schultern, welche Form der Brustkorb hat und ob er/sie über- oder untergewichtig ist.
Wie ist die Beweglichkeit im Schulterbereich, wie opulent und trainiert die Rückenmuskulatur?
Keine Angst, hier muß keiner was vermessen, testen oder beurteilen !
Das tut der Schütze selbst, in dem er einfach verschieden Lauflängen an ein und derselben Waffe austestet.
Wir spüren, wenn unser Körper sich harmonisch bewegt; wir merken, wenn Muskeln im Rücken Spannung aufbauen oder ermüdungsfrei den Oberkörper drehen.
Hören Sie also auf Ihren Körper beim Flintenschwung!
Beachten Sie aber bei einem Test mit verschiedenen Lauflängen, dass die Flinte immer gleich lang geschäftet sein sollte und dass Senkungen nicht zu sehr von einander abweichen.
Eine recht preiswerte Möglichkeit des Testen im Bereich von 5 bis 10 cm sind sogn. Laufverlängerungen.
Einige Firmen bieten solche Choke-ähnlichen Teile an, die einen ersten Eindruck vemitteln können ,wie sich die bisherige Flinte mit längeren Läufen schwingt.
Ein mehr an Lauflänge ist meist auch ein Mehr an Gesamtgewicht. Bis zu 170 Gramm kann so was schon mal ausmachen!
Nicht alle Schützen sind muskelbepackte Kraftmeier und auch bei trainierten Kaderschützen kommen Ermüdungserscheinungen vor , wenn die Waffe zu schwer wird.
Hier können unterschiedliche Laufprofile, ventilierte Zwischenreifen oder das Weglassen der jener Zwischenschienen helfen.
Doch wird nicht nur nach immer längeren Läufen gefragt.
Es gibt auch gute Gründe für die kurzen dynamischen Flinten.
Nun aber bitte…nicht gleich wieder die uralte Litanei:
„Mit kurzen Läufen stochert man nur“.
Nein, liebe Freunde das tut man nicht.
Schon der olle Robert Churchil hat bewiesen ,dass man, wenn man klein,rundlich und zu kurz für langes Schießgerät ist ,ganz formidabel mit einer 25Zoll (63,5cm) Lauf-Flinte schießen kann.
Das „Stochern” ist nichts anderes, als das ruckartige und ungleichmäßige Schwingen einer Flinte .
Es entsteht, wenn sich der Schütze keine Zeit für einen sauberen Anschlag nimmt und aus einer verkrampften Grundhaltung die Flinte mit nach oben und unten kippelnder Mündung, zur Schulter schlenkert.
Was danach aus fast hysterisch empfundenem Zeitmangel passiert, sind ruckartige horizontale und wedelnde, vertikale Bewegungen der Flinte.> kurz Stochern
Das zu vermeiden ist ganz einfach, in dem man die Flinte aus einer entspannten Grundhaltung ohne Kippbewegung zur Schulter und zum Ziel hebt und dabei schon den Grundschwung des Oberkörpers zur Flugrichtung des Zieles einleitet. > Stochern unmöglich…nicht mal mit ner Spielzeugflinte
Wer aber ans Stochern weiter glauben mag ,möge dies tun.
Meinen Segen hat er und auch gleich für weiteren Unsinn;…wie zum Beispiel das Gefasel dass die Deckung der Schrotgarbe von der Lauflänge abhänge.
Viel Spass im brösigen Urschlamm des Flintendampfgeplauders.
Viel Schützen die jagdlich aktiv sind, schwören auf relativ kurze Läufe, obwohl sie bei Wettkämpfen gerade mit den langen Rohren vordere Plätze erreichen.
Führigkeit, Handling und ein fast symbiotisch harmonisches, instinktives Schießen auf der Jagd erklären das Suchtpotential der kurzen Läufe.
Wie individuell die Laufauswahl sein kann ,dazu hier einige Beispielbilder .
Die Schützin ist 1,65 groß und ca 55 kg schwer.
Eine schwere Wettkampfwaffe mit 76cm Lauf.
Zu lang für die Schützin, weil zuviel Waffengewicht den Schwung bremsen würde.
Ermüdent für lange Serien. Führt unweigerlich zu Übersäuerung der Armmuskeln
die berühmte XXV Churchill - Flinte mit 64cm Lauf.
Sehr dynamisch, leicht im Handling,wird aber durch ihre Gewichtung leicht übersteuert.
Dennoch ideal bei kleiner Körpergröße und schnellen, kurzen Tauben… und selbst den bösartigsten Überkopffasanen.
ein Extrem : Die 870 Pumpgun in Stahlbauweise.
Extrem kurz dennoch extrem schwer (gleiches Gewicht wie die Wettkampfflinte)
Der weite Griff der Führungshand relativiert sich bei größeren Menschen und ist bei der
Schnellen Zielerfassung derartiger Waffen hilfreich.
Bei Menschen unter 1,75 wird der Führungswinkel allerdings zuweit , das Schießen ermüdet nach kurzer Zeit.
…übrigends wurde das Schwungbild einer Pumpgun mit leichter Alubasküle ,Kurzem Magazin und längerem Lauf bei unseren Blindversuchen als genauso “bescheiden” beurteilt…
der Idealzustand
71cm Läufe bei einer gleichmäßig im Gewicht reduzierten Flinte .
Dadurch ermüdungsfreies Schießen.
Führungswinkel ideal für optimale Wendigkeit aus Schulter und Führhand.
Ein Schwungradius der sowohl für lange, wie kurze Tauben bei der gegebenen Körpergröße ideal ist.
Man störe sich nicht an Kalibern,denn dasThema ist der Zusammenhang Waffen-Gewicht-Lauflänge- Schwung und dies ist vom Kaliber wie vom Geschlecht unabhängig.
Lauflänge und Schwung hängen also von einander ab.
Aber Aufgemerkt Herr Nachbar!
Auch die Verdientsmöglichkeiten einfallsreicher Menschlein sind damit verbunden !
Seit vielen Jahren geht schon das Lauflängenspiel und es macht nicht den Anschein, dass es bald endet.
Eine neue Runde läutet jetzt der internationale Parcourszirkus ein.
Nachdem die Läufe immer länger wurden…weil die Tauben immer weiter und unrealistischer flogen…da fällt nun laut Reglement der FITASC ein:
Jetztatle schießen wir wieder wie auf der Jagd! ![]()
Fein!
Und promt kommt ein fröhlicher Italiener aus Umbrien namens Spada und schießt mit kurzem Püster den großen Herren einen vor.
Schwupps, schaltete Mr.Digweed, seines Zeichens englischer Flintengott, sofort um eine Nummer zurück und schießt nun auch gleich eine kürzere Flinte.
Was wiederum das Startsignal für allen andern Parcoursschützen ist, es ihm gleich zu tun.
Nun kann’s also nicht lange dauern, und es bricht wieder eine Welle von „Innovation“ über uns herein und kurze Läufe werden uns wieder von jedem Fachverkäufer, Lohnschmieranten und Marketinggenius als das einzig Wahre, Echte und Gute empfohlen.
Was da hilft ist einfach : selber ausprobieren!
…und auch diesmal leider wieder der Hinweis liebe Puller und Pseudoausbilder:
Bilder und Texte unterliegen dem copyright von Onkel Bunduki,der langsam stinkig wird, wenn er nochmal seine Texte und Bilder
als “Ausbildungshilfe” findet.
Geschrieben in Bundukis Flintenlehre | 3 Kommentare »