Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs flintenblog für Mai, 2009.
30.5.2009 von Bunduki.
Manchmal gibt’s so Momente,die einem den Tag oder auch die Woche verschönern…
Da erhält man mit der einen Post eine Einladung zur Wachteljagd und freut sich über kommende Abenteuer in einem neuen Land…
…und mit der nächsten Post kommt ein geheimnisvolles Päckchen mit einem kleinen
Büchlein…
Passend zur Jagd kam da ein kleiner Band mit der Jägersprache und den wichtigsten venatorischen und waffentechnischen Fachbegriffen dreier Länder, die aber die gleiche Jagdkultur ihr Eigen nennen.
„Das Wörterbuch der Jägersprache“
Lov v 3 Jezikih
Caccia in 3 lingue
Jagd in drei Sprachen
Erschienen im Drava Verlag in Klagenfurt mit der ISBN 978-3-85435-523-6
Ein exzellenter Helfer auf Jagdreisen und eine große Hilfe bei allem jagdlichen Tun diesseits und jenseits der Karawankenschluchten von Gorenjska ,den Alpentäler des Trentino und des Friaul.
Aufgeteilt in Jagd ,Waffen und Wild fällt es spielend leicht, die richtigen Vokabeln zu finden.
Eine tolle Hilfe sowohl im Waffengeschäft in Gardone oder auf der Jagd in Slovenien.
Zu verdanken hat man dieses Werk nicht etwa einem klugen Schreiber oder einer cleveren Fachzeitschrift…Nein! Die Jägerschaften in der Grenzregion waren es,die so praktisch dachten, dass dieses Büchlein ihren Waidgenossen hilfreich sein könnte.
Man sieht wieder exemplarisch, dass sich eine gute Idee einfach realisieren lässt, wenn
Praktiker ans Werk gehen.
Dank an die grenzüberschreitende Schöpfer dieses Buches…sie zeigen, was Europa wirklich ist.
Besonderen Dank auch an den “Wilderer” aus den Schluchten!
Geschrieben in Bücher und Filme | Keine Kommentare »
25.5.2009 von Bunduki.
Nach der Ankündigung des ZZ-Schnupperschießens vor einigen Monaten, lagen die ersten Termine schon nach wenigen Tagen fest.
Die Gruppenmitglieder wollten die Brückentage 2009 clever ausnützen und das Schießen gleich mit Besuchen in Gardone val Trompia verbinden.
So reisten einige Teilnehmer schon früher an und konnten ein neues ureigenes Konjunkturprogramm für Schäfter und Flintenbauer ins Leben rufen.
Es ist eben so schön einfach, einen Termin bei einem Waffenbauer zu bekommen und auch ein Schäfter nimmt sich Zeit für die Besprechung eines Schaftes, der Holzauswahl …und dort ist man sich auch nicht zu fein, sich mit seinen Kunden mal eben in der Bar gegenüber einen Aperitivo und ein wenig Pasta zu gönnen.
So, schon vom italienischen Flair korrumpiert, genoss man derweil ein paar Runden Parcours, während die letzten Teilnehmer gerade anreisten.
Die Wahl des Übernachtungsortes fiel auf Vallegio sul mincio, der mit seinen kleinen Hotels,Appartments und den umgebenden Agritutristici geradezu ein Idealbild Norditaliens darstellt.
Allerfeinste aber bodenständige Gastronomie, freundliche und zuvorkommende Gastgeber und alles mit einer romatischen Ruhe gesegnet, die die lauten Urlaubsorte am Gardasee nur noch aus Erzählungen kennen.
Schwer fiel es allen, sich bei der Verkostung der örtlichen Weine zurückzuhalten, doch ein Flintenschütze ist ein wackerer Gesell oder eine trinkfeste Frau und kann sich kontrollieren…
Am Schießtag fanden wir uns auf einem fast jungfräulichen Stand ein, den wir für uns exklusiv hatten.
Die Easy Maschinen von Emilliana Piatelli wurden von einem Bekannten zunächst in traditioneller Weise aufgestellt.
Diese leichten und sich selbst nachladenenden Maschinen sind ideal für „Reisende Schießstände“, die überall schnell und problemlos auch zu Regel-abweichenden Schießen
aufgebaut werden konnten.
Der Besitzer der Anlagen kontrollierte das ganze über eine selbstgeschriebene Software und steuerte so jede Maschine einzeln und in Gruppen an.
Der Stand war gezielt nach seiner Windbeschaffenheit ausgesucht und die Maschinen konnten entsprechend flexibel aufgestellt werden.
Nach den ersten Begegnung mit den ZZ Tauben umfing noch ein gnädiges Lächeln den einen oder anderen Teilnehmer. Schließlich war man schon Cordobatraining gestählt und man lies sich nicht so schnell beeindrucken…
…und dann kam der Wind auf und lies die Propeller tanzen und schnell wurde das ganze trickreich und gar nicht mehr so einfach.
Nach einem viel zu üppigen lunch bei einem nahegelegenen rustikalen Agritourismi-restaurante ,stiegen dann die Schwierigkeitsgrade an.
Doppietta und sogar Tripletta standen auf den Program und lehrten uns alle das wichtigste beim Flintenschießen: Die Bescheidenheit und die Einsicht des eigenen Unvermögens.
Zum krönenden Abschluß wurde die Anlage wieselflink umgebaut und eine Art Compac-Parcours entstand.
Dies war jagdliches Schießen vom trickreichsten, denn auch die größte Routine eines Parcourssportlers nutzte hier nichts.
Jagdferne Kunstpräsentationen wie Teal oder Chandell fehlten, aber die launischen Propellerchen hielten dennoch jeden auf Trab.
Als die Anlage dann zum Ende auf Flush geschaltet wurde, und so ein „simulated game shot“ entstand, war jeder von der Vielseitigkeit der ZZ Tauben überzeugt.
Müde, lachend und nicht ohne blaue Flecken gings dann zurück, zu einer ländlichen Grillata mit herzhaftem Wein ,Schwein, Lamm und Käse …und der Gewissheit ,an diesem Tag mal so herzlich anders geschossen zu haben, als es der schießsportliche Alltag in DE hergibt.
Danke an alle Teilnehmer, Helfer und Gastgeber.
Ciau,e mille grazie
und JA, das Foto ist nicht echt…
… NEIN,in Deutschland ist das so nicht möglich…
Nachtrag am 28.mai 2009 zur W&H Diskussion
Da ZZ schießen anscheinend doch mehr Interesse geriert und sich sogar in den Foren wiederfindet, hier einige Anmerkungen zum Thema.
Warum nicht im besagten Forum ?
Weil es dort wohl nicht ohne persönliche Spitzen aus der Sasse oder dem anonymen Hinterhalt gibt …
Um denen ,die das Thema real interessiert aber einige Infos zu geben, hier einige Hintergrundinfo.
Eine mobile ZZ Einheit ,wie wir sie in IT zur Verfügung hatten kostet ca 2600 euro .
Dazu kommen Stromversorgung, strassentaugliches Transportvehikel, elektronische Steuerung und da eine Maschine nett aber nicht ausreichend ist, brauchts mindestens drei ,idealerweise aber 5 Stück.
Anfangsinvestition für so einen „mobilen Stand“ ca 20.000 Euro.
Die Propeller sind mehrfach so teuer wie Tontauben. Allerdings setzen sich zum Training oder zu Events die einfachen Propeller ohne teilbare Seele durch.
Diese kosten wenig mehr als eine herkömmliche BIO Taube, besonders wenn sie in entsprechenden Mengen im Osten gefertigt werden.
Da sie nicht in so viele Teile zerbersten wie eine herkömmliche Taube, ist das Entsorgen einfach.
Bei den mobilen Einheiten ist es auch nicht schwer, eine temporäre Genehmigung für den Stand zu erhalten.
Wo der Hase im Pfeffer ,oder die ZZ in der Garage bleibt, ist einfach.
Weder der böse DJV,der wahrscheinlich gar nicht weiß (und nicht wissen muß) was ZZ ist, noch der schröckliche deutsche Gesetzgeber stehen im Weg.
Es ist einfach nur die ganz normale Trägheit des deutschen Michels, in seinen vielfältigen vereinsinternen Spielarten.
Als vor einigen Jahren diverse große Stände gefragt wurden, ob sie als Gastgeber für solche Events zur Verfügung stünden, ihre Mitlieder informieren und einfach mal Spass bieten wollten….gab’s NUR Absagen.
Zu teuer, zu laut, nicht genehmigt , nicht jagdlich, nicht was weiß ich….
Dabei wäre der finanzielle Aufwand für die Stände gleich NULL gewesen.
Maschinen, Personal…alles gratis.
Dann wurden ZZ-Events an Hersteller und Fachzeitungen als Events zur Werbe Beteiligung angetragen. Keine Reaktion…
Als dann im Internet Interesse an dieser Art des Schießens von Seite der „normalen“ Jäger und Schützen gezeigt wurde, erwachten einige Redaktionen und erklärten zur Teilnahme an diesen nunmehr exklusiven Events, Mitglieder entsenden zu wollen…natürlich ohne jegliche Kosten- oder Werbebeteiligung.
Da aber „Zusammenarbeit“ immer von zwei Seiten erfolgen sollte und nicht alle, die an solchen Events teilnehmen, auch gleich als Gratismodell für einen Artikel agieren, sondern ihre Privatsphäre behalten und ihren Spass für sich haben möchten, wurd’ nix draus mit der “redaktionellen Begleitung”.
Leider wird sich das ZZ bei uns m.E. nicht etablieren, da in den dazu fähigen Vereinen Flexibilität und Weitsicht fehlt, neue Wege zu gehen UND die derzeitige Wirtschaftlage, die Zukunft aller kostenintensiven Freizeitbeschäftigungen als Breitensportarten in Frage stellt.
Und deswegen bleib ich dabei:
Nein…das ist in DE so nicht möglich.
Leider…
Fröhliche Grüße
Geschrieben in aktuelle Kursinformation, Reisen und Blicke übern Tellerrand, Flintenschießen | 2 Kommentare »
19.5.2009 von Bunduki.
Seit den Tagen Baron Hirsch’s ist Ungarn als Jagdland für Flugwildschützen international berühmt und begehrt.
Doch Stil und gute Erziehung der 20er Jahre sind längst passe,genau wie so oft der Anstand eines Jagdveranstalters.
But times are changing…
So muß man heute zwar tüchtig suchen, um noch eine Jagd ohne tieffliegende Kistelfasane zu finden ,doch wird wieder (immer noch)…und im vermehrtem Maße auf Qualität gesetzt.
Dies betrifft die Qualität der Flugwildjagden, aber auch die stilvollen Unterbringungen, die nichts mit den üblen Jagdspelunken mit halbseidener Abendunterhaltung im Casinostil zu tun haben, welche das Land in den letzten Jahren in traurige Beachtung bei zahlungskräftigen und schießgeilen Jagd-Proleten brachten.
Auch der normale Tourismus setzt vermehrt auf magyaren Stil und Gastfreundschaft.
Wenn Siofok auch weiter Tummelplatz für 16erBlech-geprüfte Nachwuchsalkhis ist, …das Land ist groß und ein touristischer Ausrutscher ala Ballerman sei jedem Land verziehen.
Vordergründig spektakulär ist Ungarn nicht, doch des Sehens und des Reisens wert und wer sehen will (und kann) , der wird begeistert sein, ob neu restaurierter Kulturgüter ,oder einer der einmaligsten Landschaften der Welt: der Puszta.
Diese Landschaft zu durchstreifen, am besten zu Pferde oder in der Kutsche ist ein besonderes Erlebnis für stressgeplagte, Ruhe suchende und Naturfreunde ,die eines der letzten Paradiese (vielleicht) vor dem Untergang bestaunen können.
Doch auch für die Freunde der Flinte bietet Ungarn viele Reize.
Da die ungarischen Parcourssportler ob ihrer Erfolge immer gefürchteter werden, ist es nicht verkehrt, mal dort zu schießen wo so viele Talente herkommen.
Kleine Skeet und Trapstände gibt es überall im Land.
Parcoursanlagen wenige,aber mit regem Zuspruch.
UND: Man heißt Gäste herzlich willkommen!
Wer nun eine Reise planen möchte ,der findet im Internet leider nur beschränkt Infos.
Zwar gibt’s genügend Seiten von ungarischen Verbänden:
Ungarischer Verband fürs Parcoursschießen
Ungarischer Verband der olymp.Wurftaubenschützen
doch das meiste in einer der exotischten Sprachen der Welt und leider nicht immer aktuell.
Erst jetzt beginnen die Stände sich im Netz zu präsentieren, doch auch dies leider nur in der Landessprache.
Dennoch es genügt zur Kontaktaufnahme und ab da ist alles Kinderleicht:
Deutsch wird oft gesprochen und die Hilfsbereitschaft der Magyaren sucht ihresgleichen, wenn es darum geht Sportskameraden zu helfen.
Die Freunde aus Österreich kennen dies seit langem und der Pannonia Cup ist jedes Jahr ein High-light der regional nachbarschaftlichen Szene, an dem auch deutsche Schützen und Schiedsrichter teilnehmen.
Damit das ganze etwas einfacher wird ,hab ich eine kleine Google-map zusammengestellt, die ab heute die Schießstand - links im Flintenblog ergänzt:
Stände in Ungarn
Ein Stand der anderen Art ist Sarlos Puszta
Ein nobel, herrschaftlich und luxuriöses Resort, mit Reit- und Sportmöglichkeiten, sehr guter Küche und natürlich auch einem gut dimensioniertem Schießstand.
Information zu Reise und Land gibt’s bei den Konsulaten und der Botschaft und den Fremdenverkehrstämtern
Die Einreise mit Flinten stellt dank EFP und der EU Mitgliedschaft keine Probleme dar.
Die Menschen und das Land sind einer Reise wert und wenn es dann noch Spass mit der Flinte geben kann,…was sollte einen noch aufhalten.
Geschrieben in Reisen und Blicke übern Tellerrand | Keine Kommentare »
14.5.2009 von Bunduki.
Während auf anderen Ständen die Frage nach neuen Taubenpräsentationen oder dem Verstellen der Wurfmaschinen einem Sakrileg gleichkommt,…was machen die Dornsberg - Schützen da?
…Sie hängen den Rest der Stände in DE schlicht ab und erweitern Ihr Angebot!
Dort öffnet man nun die ,bisher für Wettkämpfe reservierten, „Wiesenstände“ für den allgemeinen Schießbetrieb.
14 neue Promatic Maschinen erwarten den Schützen auf derzeit noch drei Ständen.
Ein vierter Stand mit 4 Maschinen wird gerade ausgerüstet.
Neben diesen 18 neuen Maschinen erfreut auch eine neue elektronische Steuerungsanlage.
Das neue Chip-Karten System soll auf alle anderen Stände ausgeweitet werden und das alte Chip system ablösen.
Darüber hinaus ist ein zusätzlicher Stand im Tal mit mind. 4 Maschinen geplant. Man darf gespannt sein.
Neu ist die Vielseitigkeit des Systems, dass wunderbare Möglichkeiten für Events,Wettkämpfe und Einzelschützen bietet.
Mit der „Wiese „ bietet der Dornsberg nun auch denjenigen Schützen eine Vielzahl von jagdlichen Präsentationen, die vielleicht schwerer zu Fuß sind als andere, sich mit einem Semmelknödelödem abschleppen müssen, oder die das helle Licht und die lichte Bepflanzung des oberen Dornsbergs, dem teilweisen düsteren Tal vorziehen.
Die Präsentationen der Wiese schließen Teal, Hase, Chandell und Standardtauben ein.
Die neue Elektronik ermöglicht verzögerten Wurf wie aber den Wurf von Simultandouletten und sogar Tripletten frei nach Gusto und Können.
Selbstverständlich integrieren wir die „neue Wiese“ und ihre Möglichkeiten …
auch in unsere individuellen Ganztages- Kurse ,die wir gerne nach Ihren Terminvorschlägen abhalten.
230.-Euro p.P bei 2 Personen 1/1 Tag
200.-Euro p.P bei 3 Personen 1/1 Tag
170.- Euro p.P bei 4 Personen 1/1 Tag
(ohne Tauben und Mun )
gültig bis 1.Sept.2009
Gültig ab 1.September 2009
300 Euro p.P. ab 2 Personen bis max 5 Personen 1/1Tag incl.19% Mwst
Munition und Tauben nicht incl.
Viel Freude mit diesem Sommerschmankerl für alle Flintenfreunde!
Geschrieben in aktuelle Kursinformation, Flintenschießen | Keine Kommentare »
10.5.2009 von Bunduki.
Heute mal anders als sonst, steht nicht der Spaß am Flintenschießen zum Thema ,sondern die Effektivität einer Waffenart.
Wer also von derartigen Ausflügen in die Realität der Waffenbestimmungen nichts wissen möchte , sollte lieber nicht weiter lesen.
„Waffen sind Waffen sind Waffen“…frei nach Gertrude Stein.
Und Waffen,wie alle Werkzeuge , definieren sich nach ihrer Bestimmung.
Diese Bestimmung ist in der Regel der Kampf und/oder das Beutemachen.
Diese Zweckausrichtung zu leugnen, wäre verkehrt und verlogen.
Unser Sport, das Flintenschießen , ist die praktische Übung zur Jagd, also zum Beutemachen und zum waidgerechten/ sportlichen Schuß auf Wild.
Dass sich aus allen Schießübungen, seinen sie jagdlichen oder militärischen Ursprungs, in einer sich wandelnden Welt mit neuen, humaneren Selbstdefinitionen, in eine friedliche, harmlose und zivile Variante verändert haben, spricht für die abnehmende Militanz und Akzeptanz von Gewalt unserer demokratischen Zivilgesellschaft.
Dies zuzugeben, fällt vielen Funktionären scheinbar schrecklich schwer.
Zu groß der Druck der gutmenschelnden ex68er Journallie, werteflexiblen
Politikerkohorten und einer Mediengeneration die alles akzeptiert ,wenn es nur bunt und laut ist…
..oder schlicht mangelnder Intellekt, der Duckmäusertum dem aufrechten Gang vorzieht…
Denn auch Biathlon war militärischen Ursprungs, Trap ein Schießen auf lebende Tauben und
Was bitte, ist mit Duelldisziplin ala Schnellfeuer oder Militärsportarten wie Fechten, Boxen und Karate ?
Nicht das Gerät, sondern der Mensch ist Maß allen Tuns…
Auch wenn von einigen Verbandseinknickern politisch korrigierte, Diabolos pupsende DSB-Luftdrucksporthilfskrücken als einzig wahres Sportgerät zum Zielsport erklärt wurden, so sollten wir weder die Bestimmung, noch die Herkunft unserer Waffen und auch nicht deren legitime Nutzung verraten.
Allein das immer neue Nachgeben auf medialen Druck, sollte uns zu denken geben, das Rückrat, Kameradschaft und Solidarität anscheinend auch bei Verbandsfunktionären eine
menschliche Ausnahmequalität zu sein scheint.
Die Schrotflinte war immer universelles Jagdwerkzeug , dass allerdings auch mangels Alternative zur Verteidigung eingesetzt wurde.
Mit der Entwicklung der Repetierschrotflinte als Grabenflinte und ihrem Einsatz im Krieg entwickelte sich ein neues Bild dieser Waffe.
Nicht mehr nur die Jagd wurde nun mit Schrotflinten verbunden!
Als dann in den 20er Jahren auch Polizeieinheiten mit diesen Waffen ausgerüstet wurden, war dies sowohl bei Waffenfachleuten wie bei Politikern durchaus umstritten.
Nicht die Anwendung gegen umherziehende Bankräuberbanden verwunderte , sondern der im Namen RIOT GUN implizierte Zweck zur Bekämpfung von Aufständen, schockierte .
Denn diese Aufstände waren großenteils Arbeiteraufstände und somit wurde eine „Volkswaffe“ zur Volksbekämpfungswaffe.
Ihr furchterregendes Äusseres , ihr Drohpotential und ihre verheerende Wirkung bei der Bekämpfung von Gruppen wurde zur Legende.
Endgültig zur übermächtigen Superwaffe wurde die Flinte (in Form der Pumpgun) durch Hollywood.
Maßlos übertriebene Wirkung und Feuerkraft wurden zum Bestandteil jedes B(aller)-movies.
Die Waffe und ihre Wirkung auf der Leinwand, wurde zum Mythos und so schnell zur
Quintessenz aller Hoplobophie.
Die Pumpgun-Verbote in Europa beweisen diese irrationale Sicht einer Waffenart bis in die Gegenwart.
Was bleibt, ist aber auch der Mythos bei vielen Flintenschützen, dass ihre Jagdwaffe sich im Extremfalle als ebenso wirksam zeigen könne, wie es die „Pumpe“ des Leinwandprotagonisten oder die spezialisierte Combat-Waffe des Polizisten es tut.
So verwundert es auch nicht, dass diverse US Schießschulen Kurse für Flinten anbieten und dort die Repetierflinte als „home defence weapon - par exellance „ extrem beliebt ist.
Das auch hier die Legende mehr gilt, als die reale Einschätzung, darf man getrost den Marketing- Mechanismen einer hysterisierten Mediengesellschaft am Rande des wirtschaftlichen und sozialen Abgrundes zurechnen.
Auf der Strecke bleibt oft die Realität der Waffentechnik und auch die Einschätzung und Analyse von persönlichen Bedrohungsszenarien.
Was wiederum dazu führt , dass viele Fragen sich um die Einsatzfähigkeit der ganz normalen Jagdflinte als Notwehrwaffe für Jagdschutz oder Heim Gedanken machen.
Gehen wir davon aus, dass bewaffnete Notwehr legitim und auch gesetzlich legitimiert ist ,sie auch leider notwendig sein kann, so sollten wir uns etwas näher mit dieser Frage beschäftigen.
Gleichwohl entsteht nun die Gefahr „die Flinte „ als EIN Waffensystem zu sehen, und somit den Legenden aufzusitzen.
Wichtig ist zu unterscheiden zwischen einer reinen Jagdwaffe und einer Waffe die vorrangig zu
Schutz- oder Offensivzwecken konstruiert ist.
Zunächst sollten wir die Anwendungsgebiete und Schussweiten definieren:
Der dienstliche Einsatz bei Polizei und Militär:
Aufruhr - multiple Ziele < als35m
Bandenbekämpfung - multplie Ziele < als 25mm
Fahrzeuge < als 20m
Türöffnungen und Anwendungen mit Spezialmunition (Gas /Stun/etc.)
Eindringen in Gebäude < als 5m
Rückendeckung gegen multiple Ziele für Einsatzkräfte < als25m
Sektorensicherung im Begleit und Personenschutz < als 30m
Anwendungen im privat-kommerziellen Sicherheitsbereich:
Anlagenschutz gegen multiple Eindringlinge
Personenschutz in Krisengebieten gegen multiple Angreifer/Banden
Transportschutz gegen Banden
Sektorenschutz von Baustellen bei lokalen Unruhen
Alle Einsatzbereiche sind deutlich unter 25m
Anwendungen im maritimen Bereich:
In den Medien erst seit kurzem beachtet, gibt es die Bedrohung von Seglern und kommerziellen Seefahrern seit langem.
Gerade hier setzte die VS-Flinte seit Jahren den Standard.
Die Bedrohungen unterscheiden sich nach Größe der Seefahrzeuge, aber wenig nach Art der Angriffe .
Man unterscheidet die Szenarien nach Orten der Abwehr:
bridge to deck <20meter
on deck < 10 meter
deck to deck <30m
deck to cargo < 15 meter
deck to waterline < 30meter
Die Besonderheiten auf See sind bei kleinen Schiffen natürlich Seegang (wenn auch nur geringer,denn bei starkem Seegang haben auch Piraten Pause) und bei großen Frachtschiffen die extremen Schusswinkel nach oben und unten.
Ein besonderes Problem ensteht durch die hohe Brandgefahr durch besonders delikate Ladung.
Wie wir sehen , haben die bedrohlichen Szenarien mehrere Gemeinsamkeiten.
A. kurze Schußentfernung!
B. Keine wesentliche Gefährdung durch Nichtbeteiligte
C. Meist Konfrontation mit mehreren Angreifern
Genau darauf sind auch die Waffen ausgeführt:
Kurze Läufe um ein Maximum an Beweglichkeit zu erreichen
Hohe Magazinkapazität mit mögl. flexiblem Nachladesystem (Side-saddle und Schaft- magazine)
Büchsenvisierungen/Ghostring
integrierte Licht (und Blend) Quelle (wo gesetzlich erlaubt)
Die Legende vom „Police-barrel“
Immer wieder liest man von sogn. Police barrels, mit denen Waffen für den Dienstgebrauch( law enforcement) ausgerüstet seine.
Nix als heiße Luft,denn unter „Police barrel“ verstehen Hersteller und Behörden-Einkäufer eine (in den USA) nur der Polizei vorbehaltene Lauflänge (unter 16Zoll).
Keine Superchokes… keine Trefferklingel…
Diese spezialisierten Waffen bedürfen natürlich einer besonderen Schießtechnik , die sehr stark am kampfmäßigen Büchsenschießen orientiert ist, aber auch den starken Rückstoß der Waffen zu beherrschen hilft.
Gezielt wird mit Sicht aufs Korn (wie bei der KW) und nicht mit Blick aufs Ziel (wie bei der Jagdflinte).
Hier noch ein kurzes Wort zum Flinten-IPSC.
Hierbei werden Flinten benutzt die sich von den Dienstwaffen ableiten, aber meist aufgrund ihrer Auf und Anbauten, Zieleinrichtungen etc. rein sportlichen Zwecken dienen.
Das heutige IPSC schießen hat nichts mit dem dienstlichen Kampfschießen gemein.
Weder Handhabung der Waffen; noch Parcoursaufbau oder verwandte Munition lassen Gemeinsamkeiten zu.
Das eine ist ein fröhlicher ziviler Spass, das andere todernst.
Viel unterscheidet diese heutigen Combatflinten von ihren klassischen Vorbildern, doch auch in alten Tagen, wurden Schrotwaffen speziell auf bestimmte (ähnlich) Szenarien „getunt“.
Das beste Beispiel ist die Coachgun, die kurzläufige Doppelflinte der Kutschbegleiter im wilden Westen.
Entgegen den schönen Filmen, wurden diese Flinten auf eine sehr drastische Weise eingesetzt.
Griff eine Gruppe die Kutsche an,so schoß der Wachmann mit der Flinte vom wackligen Bock auf die PFERDE der Angreifer.
Wurde der Wagen überraschend gestoppt, meist Nachts, knallte der Begleitschutz einfach auf die Stimmen aus der Dunkelheit.
Diese Methoden waren primitiv, aber recht effektiv…alles andere, liebe Kinder, ist Hollywood ![]()
Das schöne Bild des tapferen Sheriff der mit der Flinte seinen Gefangen vor dem Lynchmob schützt,ist „american mythology“…wollte er vielleicht auf seine Wähler schießen?
Setzt man nun die o.g. Einsatzbedingungen auf die Verteidigung eines Durchschnittsheimes oder Jägers im Revier um, wird man sehen, dass ein Großteil dieser Rahmenbedingungen nicht zutrifft.
Die Stärke der Waffe wird also in den eigenen vier Wänden nicht voll ausgespielt werden können.
Im Gegenteil: Durch ihre Länge behindert sie das Manövrieren und verhindert durch ihre
Größe (und unser Gesetz) die Verwendung einer Lampe.*
Mit einer Kurzwaffe kann man auch legal eine Lampe in der zweiten Hand führen, sich leicht in einer mit Möbeln voll gestellten Wohnung bewegen und auch Treppen und Türen bequemer begehen und sichern.
Sollte man nun mit der Möglichkeit von Schusswechseln in Hof und Garten argumentieren, darf ich an die „Gegenwärtigkeit des Angriffes“ und die nachträglich Gegenwart eines Staatsanwaltes mahnen, die solche Szenarien weniger „Ramboesque“ beurteilen.
Kommen wir als zur Anwendung für den Jäger.
Seine Waffe ist darauf ausgelegt ein oder zwei ,sich schnell bewegende Ziele im Schwung zu treffen.
(Die Sondersituation Nachsuche wollen wir hier bewusst nicht ansprechen,dies wird in einem separaten Blog behandelt werden.)
Um sein Wild weder zu zerschießen, noch „nur „ zu verletzten, hält er eine Schussweite von >10 und
Die Verwendung von nicht lethaler Munition (die nicht überall erhältlich und von ausgesprochen unterschiedlicher Qualität ist) schließt sich bei einer Gesamtkapazität von 2 Schuß aus.
Aufgrund ihrer Anwendung, haben diese Waffe eine Gesamtlänge von über 110cm.
Sie sind nur beidhändig zu bedienen.
Ergo kann keine Lampe gehalten werden…die meisten Überfälle im Revier passieren aber bei Dämmerung oder Dunkelheit.
An ein schnelles,taktisches Nachladen ist aufgrund der Kippfunktion der Läufe und des „Patronensuchens aus der Manteltasche“ nicht zu denken.*
So bleiben 2 Schuß bei schlechter Sicht und unter Stress die letzte, weil einzige Option !
Keine schöne Perspektive!
Vergleicht man damit die Möglichkeiten, die dem Jäger die Kurzwaffe bietet:
Waffe und Lampe gleichzeitig im Anschlag! *
Große Feuerkraft und damit auch die Möglichkeit von Warnschüssen!
Deutlich weiterer Einsatzbereich und die Möglichkeit der genauen Schußplatzierung.
Patronenwirkung durch moderne Geschoßkonstruktion (Tm/HP/safety slug/etc.) optimiert.
Der Aktionsradius ist bei einer KW im beidhändigen Anschlag wesentlich kleiner, als der einer angebackten Langwaffe!
Das ist in einer engen Jagdhütte ebenso wichtig, wie im heimischen Treppenhaus.
Um nun die Frage nach der terminalballistischen Wirkung einer Flinte zu beantworten, sollte man sich in der einschlägigen Literatur kundig machen.
Wir wollten hier nur einen Gedankenansatz geben, sich zu überlegen, ob und in wie weit die vertraute Flinte in Notsituationen wirksam sein kann.
Meist hat der Jäger so gut wie keinen Zugang zu Spezial Munition, wie sie von Einsatzkräfte benutzt werden.
Er nimmt das, was er im Jagdfachhandel vorfindet .
Dies taten wir auch und schossen ein paar Schußbilder, mit den in DE am meisten verkauften
Jagdpatronen, sowie mit den überall erhältlichen Postenschrot eines deutschen Herstellers.
Wir verzichteten auf das Verschießen von Flintenlaufgeschossen, da einerseits diese Geschoße über eine prächtige Präzision verfügen, aber die Schrotwaffe zur Kugelwaffe machen und so die Frage nach der Wirksamkeit der „Schrot“Flinte konterkarieren.
Wir benutzten Voll ,Halb und Zylinderchoke, da dies die meiste geführten Chokes in Jagdflinten sind.
Die Entfernungen entsprechen den international gängigen Erfahrungswerten von Feuergefechten mit Zivilpersonen.
Sind die Garbendichte bei Kurzentfernungen noch hochkonzentriert, beginnt man an der Wirksamkeit bei 10 Meter deutliche Zweifel zu entwickeln.
Egal ob Voll oder halbchoke…würden Sie auf diese Streunung von 3,5 mm Schrot ihr Leben verwetten?
Auch bei Halbchoke sind die Garben ab 10 Meter wenig vertrauenswürdig.

Das Ganze von nahem:
Aus diesen Garben resultieren irreparable Wunden.
Ein anderes,besseres Bild bieten Postenschrote.
Diese „Buckshots“ (9 Kugeln) sind die allgemein, anerkannte beste Wahl bei Notwehr Situationen.
Die Schockwirkung ist maximal, doch die Reichweite sollte nicht überschätzt werden.
Wer diese Art von Munition benutzt, muß sich aber voll der rechtlichen Konsequenzen bewusst sein, die der Einsatz dieser Patronen vor Gericht nach sich ziehen wird.
Ab 15 Meter fängt auch bei Vollchoke die Patrone an soweit zu streuen, dass nicht mehr alle 9 Kugeln im Ziel einschlagen.

Vollends unsicher wird die Situation wenn die Entfernungen größer als 15 Meter werden UND Personen in der ungefähren Ziellinie stehen die nicht getroffen werden sollen.
Wir haben hier eine „bystander“ Scheibe von vielen als Muster gezeigt, die aufrüttelt.
Auf 20 Meter würde eine unbeteiligte Person mit einem Volltreffer eines 9mm Geschosses in den SolarPlexus Bereich keine Überlebenschance haben.
2 weitere Kugeln trafen das Ziel nicht und fliegen unkontrolliert !
Keine Szenario, das man erleben möchte.
Ist die jagdliche Schrotflinte nun eine geeignete Notwehr-waffe?
M.E. Nein, …eher eine Hilfe in letzter Not.
In zivilen Bedrohungsszenarien, abseits von „Film und TV reality“ ist sie schlicht zu lang und in der Wirkung zu unberechenbar.
Der Gesetzgeber gibt uns das Recht auf das Führen von Kurzwaffen und wer für sich eine Schutznotwendigkeit sieht, sollte eine solche führen und sich daran ausbilden lassen.
Die Combatflinte hat nur in Ihrer sportlichen Variante bei uns ein Zuhause gefunden.
Ein wirkliches Bedrohungsszenario ist ohne ein gerüttelt Maß an Paranoia nur schwer dafür auszumachen.
Mögen wir alle unsere Flinten als Mittel zur Freude an der Jagd und am Sport sehen und keiner in die Lage kommen, in der eine Waffe wieder ihre Ursprungsbedeutung erfüllen muß.
Wir danken Doris Grauer vom Jagdparcours Bayern in Hattenhofen für Ihre freundliche Untersützung bei den Tests.
*rechtlicher Hinweis :
das bundesdeutsche Waffenrecht verbietet ausdrücklich die Montage von taktischen oder normalen Lichtquellen,welche das Ziel anleuchten können, an Waffen.
Auch zweckgerichtete Montagen/Halterungen sind explizit verboten.
Auch die Montage mittels Klebeband ist illegal !
Die Benutzung einer Lampe mittels der freien Hand ist nicht verboten.
Ein durchaus sehenswertes Video zum Thema gibt es auf You tube.
Allerding sollte man dabei bedenken dass die Filmnemacher allein von US Verhältnissenen und aus dienstlicher Sicht das Thenma angingen.Eingroßer Teil der Mun ist bei uns strickt illegal. Ihre Besitz / Verwendung könnte rechtlich zu schlimmsten Konsequenzen für den Anwender führen.
Betont sei: Die Anwendung als ziviler Waffenträger:spez. Jäger setzt andere Marginalien als die Anwenung einer Combat Flinte in
urbanem oder militärischen Dienstgebrauch.
zum Verständnis des US filmes: die dort angesprochenen “Tactical loads” unterscheiden sich von normalen (jagdlichen) Patronen darin besonders Rückstoßschwach zu sein.
Solche Munition ist leichter zu kontrollieren und wurde im Hinblick auf A. weibliches Personal bei US Diensttellen eingeführt und ersetzt B. die bishergebräuchlichen Jagdladungen die in Ihrer Wirkung auf Humanziele überdimensioniert sind.
Geschrieben in Bundukis Flintenlehre | 7 Kommentare »