Infos

Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs flintenblog für August, 2009.

Calendar
August 2009
M D M D F S S
« Jul   Sep »
 12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
31  

Archive für August 2009

O Canada…Flintenstände, Infos und Bilder aus Quebec und Ontario

ont1-mittlere-webansicht.jpg

Nachdem nun auch Freund Axel die “Festung Bayrischer Wald” temporär verlässt ,steht endgültg fest:
Namhafte deutsche Flintenschützen setzen sich vor weiteren sinnentleerten Merkeleien, Kanzlerimmitatoren, angstbeissenden Sauerländern und Saarländern mit Napoleon Komplex ins ferne Canada ab, bis er ganze traurige Spass der Wählerverdummung vorüber ist.
;-)

Im Ernst…wann sonst ist bessere Reisezeit für das Land zwischen den Meeren?

Indian summer, Elchbrunft, Gänse und Enten in Scharen, Redbhuhn, Wachtel, Schnepfe,Fasan..
Alles garniert mit einer freundlichen Bevölkerung und einer grandiosen Natur…
…was könnte mehr zum Reisen einladen?
…Flintenschießen,Parcours vielleicht…?

Ja, auch dafür ist gesorgt.
Zwar ist in Canada der Parcoursport noch im Aufbau begriffen, doch mit der ihnen eigenen Begeisterung haben die Canadier schon eine feines Netz an Ständen und Infrastruktur aufgebaut.

Die Einreise mit Waffe ist denkbar einfach.:
Man fülle dieses Formular aus und lege es bei Einreise dem Beamten vor und unterschriebe es in seiner Gegenwart.

Kein langwieriges und wochenlanges Prozedere wie in den USA.deshalb sei der reisende gewarnt mit seiner eigenen Waffe die Grenze von Canada nach den USA zu überqueren OHNE vorher die US Genehmigung dazu zu besitzen.!!!

Information über die Einreise und alle weiteren Handlungen mit Waffen erteilt die RCMP . und natürlich die kanadischen Touristbehörden

Ein besonderer Service für Flintenschützen bietet unser Freund Joe Potoski vom Lost Target Portal.

Er hat nun für die zwei Ostprovinzen Quebec und Ontario eigene Portale geschaffen auf denen
Schießstände mit Bilderserien vorgestellt werden.
Reisetips und Adressen macht das ganze zu einer rundum gelungenen Infoplatform.

ONTARIO

QUEBEC

Der Flintenblog erlaubt sich, das ganze wieder durch unsere Google map von Canada, mit einer Auswahl an Schießständen, zu ergänzen:

CDN Shooting Ranges

Nun nur noch allen gute Reise, Waidmannsheil ,viel Freude und viele neue Freunde gewünscht …

Yours truly B.

The Barbour Grouse Shooting Challenge!…

jagd_022exp-mittlere-webansicht.jpg

Für alle, die sich von der diesjährigen Grouseseason mehr versprochen haben als das und alle die Moorhuhn spielen zwar nett, aber recht albern fanden, hier die Lösung aus der Zeitung the field
mehr zur Grouseproblematik in Schottland gibts bei der Moorland Association

ein feiner Spass für alle die gerne auch am Bildschirm auf die flotten Hühner zünden:
Barbour Grouse Shooting Challenge
Und wem das Vorhalten immer noch ein Rätsel ist, der klicke mal “show lead ” an.
Da wird so manchem “Vorhaltemaßausrechner” oder “drauf und bumm-schützen” vielleicht ein zwei Augen aufgehen

yours truly B

Bunduki’s Jungjägerpaket

spec-mittlere-webansicht-mittlere-webansicht.jpg

ideal-gun3-mittlere-webansicht.jpg

Zwei Jahre gibt’s den Flintenblog nun.
Zwei Jahre Ärger mit Nörglern, Freude mit Freunden, Herzlichkeit von Fremden und immer wieder Fragen, Fragen, Fragen.

Nun wissen alle, die mich persönlich kennen und auch die, die den Blog aufmerksam lesen, dass ich Firmenbezogene Ratschläge ( Kaufen Sie die neue „Fips2 excalibur mit Trefferklingel“) grundsätzlich nicht gebe.

Dennoch ist eine der meist gestellten Fragen die, nach der Grundausstattung und des Einstieges.
Auch wenn damit meist die Waffe gemeint ist, wäre mit der Nennung einer Waffe das Thema nur sehr unvollständig abgehandelt.

So kam mir die Idee, das ganze mal als “Jungjägerpaket” zu schnüren…
Sie kennen diese Angebote ja …
Man nehme eine Flinte, die sich schlecht verkauft oder bei der man keine Rabatte geben möchte und legt ein paar Glasperlen für die Eingeborenen bei.
Billiges Putzzeug, ein schrabbeliger Koffer und ein Gehörschutz dritter Wahl und fertig ist das Sonderangebot , welches sich kaum von den Geschäftspraktiken früher Forscher unterscheidet, welche sich mit ein paar ranzigen Floh-Decken und ein bisserl Glitzerkram die Wegbeschreibung zum Orinocco vom Indio erfeilschten.

Da ich hier nun nix verkaufe , auch nicht Rabatt gebe ,dachte ich, vielleicht auch so ein Paket ,aber auf meine Art , zu schnüren und mal sehen wie’s angenommen wird. ;-)

Da ich nicht zum Orinocco will, der Leser auch kaum Indio sein wird,lass ich also die Glasperlen und das theatralische Geschmus weg und sag, was ich für notwendig halte, um in dieser Jagd- und Sportart gut anzukommen.

Nehmen wir mal den typischen Jungjäger als Zielgruppe.
Gerade fertig mit der Prüfung, oder kurz davor, überlegt er sich wie’s nun, mit der Jagerei weitergehen soll.
Wenn er nicht von dilletierenden Ausbildern vollkommen für’s Flintenleben verdorben ist, möchte er gerne weitermachen…aber wie?
Flinte kaufen und los?
So einfach ist das nicht. Jagdmöglichkeiten und persönliche Vorlieben, Zeit und Geld, Wohnort ,Mobilität und Flexibilität…alles Punkte die berücksichtigt werden müssen.

Um sich klar zu werden, wie es weitergeht, kann er ja nun in Bunduki’s Jungjägerpaket linsen:
Darin enthalten:
Planung - Lernen – Ausrüstung

plan2-mittlere-webansicht.jpg

PLANUNG

Ohne Plan geht nix im Leben… oder alles…aber eben daneben.

Zunächts sollte mal ein Budget fürs neue Jägerleben mir der Flinte erstellt werden.
Kosten für Waffe, jährliche Übungsmunition,Jagdmunition,Bekleidung und Zubehör.
Aber auch Fahrtskosten zu Ständen und Jagden, Übernachtungen,Versicherungen,evtl Arbeitsvertretungen, Flug und Transportkosten,Waffenschrank und waffenrechtliche Genehmigungen…

All das summiert sich zu einer abenteuerlichen Summe.
Doch keine Sorge.
Dieser Betrag wird so nie fällig ,denn er wird immer überschritten werden. ;-)

Und nun das ernste Wort:

Kein käufliches Gerät ersetzt das Empfinden und das Erleben.Es ermöglichts es lediglich.
Jagd ist Erleben, Freude, gespannt sein, Verwunderung und immer wieder Überraschung…
…mit dem dicksten Geländewagen und der teuersten Flintensammlung kann das alles nicht erreicht werden.

Wenn das Budget einem Angstschweiß auf die Stirn treibt,wenn Ehe oder Familie darunter leiden sollen, dass Papi jagern geht,…dann lieber Jungjäger:
Schieb’ die ganze Sache auf, bis genügend Kohle bereit liegt,denn Familie und Leben sind immer wichtiger, als ein Hobby.

Aber sehen wir weiter mit der Planung und gehen wir vom gefüllten Säckel aus:
Nun kommt die Information drann:
WAS kann ich schießen?
Trap, Skeet, Parcours, Sporting, jagdlich, olympisch, ZZ, DTL oder Annie Oakley??
um erst mal zu wissen worum es sich dabei handelt,such man Kontakt zu der Verbänden und studiere deren Regelwerk:
Vielleicht hilfreich die Links vom Flintenblog: hier und hier und der Flintenblog generell,da hier nicht nur von einer Art des Flintenschießens berichtet wird.

Sobald das Interesse am WAS geklärt ist, kommt die Frage:
WO kann ich schießen und üben?
Welche Stände befinden sich in meiner Nähe und was wird dort geschossen?

und weiter gehts:

Wo finde ich Büchsenmacher, die auch was von Flinten verstehen?
Wo richtige Flintenspezialisten und Schäfter?
Wer führt auch Flintenzubehör und wer auch andere Hersteller, als die “notorious” drei?
Adressen der jagdlichen Stände gibt’s im Internet und bei den Jagdverbänden.
Ansonsten gibt’s eine subjektive Standliste mit der Lage größerer Anlagen im Internet unter
Deutschland

Vergesse man nicht unsere Nachbarn, wenn man in Grenznähe lebt, arbeitet , dort öfters zu tun hat oder seine Ferien dort verbringt:
Österreich

Schweiz

Frankreich

Niederlande

Man suche sich einen Heimatstand aus ,der möglichst viele Arten von Taubenpräsentationen bietet…
…mit netten Leuten jeden Alters, ohne gesellschaftlichen Dünkel, die sich freuen, mit gleichgesinnten, fröhlich einem Freizeitvergnügen nachzugehen.

Religiös-venatorische Verklärtheit beim Abkippen der Flinte und das bewusst genossene humorlose Leiden ,weil “Passion” des großgoldenen Lönschen und Frevertschen Waidmannsnostalgie-ordens, ist heut nicht mehr für jeden so lustig ,wie es mal lächerlich war.

Auch über OTTO Waalkes kann man heute eigentlich nicht mehr wirklich lachen… ;-)

Aktienkurse,der letzte Börsen-Crash und die allgemein schlechte Lage im Immobiliengewerbe oder der Goldbranche, müssen nicht auf einem Schießstand diskutiert werden.
Auch die tweedigen,british angehauchten,mit DF und Monokel von Opa von Zitzewitz,steigern den Lustgewinn auf Ständen nicht…
Genauso wenig die Trampelrabauken von der Treckerfraktion in der Strich/Keinstrich Uniform,die vergnügt erzählen,wie sie am letzten Wochenende ihrem Dackel oder einem anderen armen dunklen Hund,die Seele nach Gutsherrenart rausprügelten…

Man suche sich was passendes…für Leib ,Seele,Geldbeutel und Nervenkostüm. !

Dort sollte man auch mal ohne Gruppe schießen können,sogar immer wieder die gleiche Taube,bis sie klappt.
Das Personal sollte hilfsbereit und unaufdringlich sein. Ein wenig Restauration mit lächelnder Bedienung könnt’ nicht schaden.
Infektiöses Ambiente in Nasszellen und im Speisebereich sollte sich auch in männlich rustikaler Umgebung nicht mehr durchsetzen können.

Ja lieber Freund,solch ein Shangrila will sorgfälig gesucht werden…manche findens nie…und um die Ecke liegts garantiert nicht.

cyprusshot9-62-mittlere-webansicht.jpg

Dies alles mal genau durchforscht, vielleicht gleich ins Navi eingegeben und man kann an den ersten Wochenenden mal die Stände abfahren, die in Frage kommen und sehen, was sie zu bieten haben.

Sich an einen Verein oder Verband zu binden, ist (leider) erstmal nicht zu empfehlen.
Erst nach einigen Monaten zeigt das Vereinsleben (und manche Mitglieder) ihr wahres Gesicht und dann sollte man sich auch ohne Problem, wieder verabschieden können.
Dazu kommt das z.B, VERBÄNDE wie der SCCA in Österreich mit seinem mustergültigen Jugend und Eventprogramm, kein Pendant in DE hat und somit die Frage nach einem unterstützendem Verband m.E. bei uns akademisch ist .

Dies gilt nicht für einzelne VEREINE und Hegeringe in DE , die oftmals großartige Arbeit für neue Mitglieder leisten. Doch auch hier gilt :“Prüfe, wer sich binden mag“

Da nun Stände und Vereine abgespeichert sind, geht die Planung weiter mit der Suche nach fachlicher Hilfe.
Flintenschießen ist kein Sport der Autodidakten. Wäre er dies, müssten die meisten Ausländer eine natürliche Begabung dafür haben ,welche uns Deutschen abgeht.

Flintenschießen zu lernen, braucht wie Autofahren, Golf oder Tennis einen professionellen Lehrer, der Lernabschnitte, Anleitung und Wege der Selbstkontrolle weist.
Nun gerieren sich Puller, Frevert und Löns-zitierende WKII Überlebende, Maulhelden und Schwarzarbeitende Lebenskünstler gerne als Schießlehrer.
Zwar wird ohne jegliche Ausrüstung wie Musterwaffen,Gelenkgewehre,Laser,Anschauungsmaterialien und schriftlichem Lehrmaterial gearbeitet…
…aber immer mit einen tollen geheimen Tip, wo man gaaanz günstig an das einzig wahre Schießgerät kommt…
…meist nicht weit weg.
…ein wengerl Bakshisch ,ein wenig hankypanky, a bisserl Schmäh…willkommen in Puller-Fredies Flintenbasar!

Leider fehlen auch fachliche Voraussetzungen wie Didaktik, Einfühlungsvermögen und vor allem Ausbildung.
Auch das Diplom einer ausländischen Vereinigung sagt wenig über die Erfahrung und Kompetenz des Lehrer aus, da es gerade bei diesen Diplomen gewaltige Unterschied gibt, wie sie erreicht werden. Zwischen mehrwöchigen Seminaren, langfristigem Hospitieren bei internationalen Schießschulen großer Firmen und Tageskursen auf WBK-Sachkundeniveau liegen Welten !

Und ob ein lehrender, früher die 28.Spartakiade in Sevastopol gewonnen hat oder mehrfacher Kreismeister im Flintenwinken in Püsteritz-Schwürbel war, ob er mehr Flinten als sonst einer im Verein hat, oder jeden Katalog auswendig nachschnattern kann…all das sagt nichts aus, ob er einem anderen Menschen Wissen und Fähigkeiten vermitteln kann.

Also eruiere man , was der Lehrer so von sich gibt.
Was hat er veröffentlicht, nur Werbung oder neutrales Fachwissen ?
… wie hört er sich am Telefon an ?
Humor…toternst…sachlich…verständlich…?
Stimmt die persönliche Chemie?!!!

Sagen Sie klar, was ihr Lernziel ist und besprechen Sie auch einen realistischen Zeitplan.
Schnell hat noch niemand das Flintenschießen erlernt!
Man spricht nicht von Ungefähr von “Lern-Schritten” !

Selbstbewußte Schießlehrer kennen ihre Grenzen und schicken oftmals Schüler zu befreundeten Kollegen, die Spezialkenntnisse haben, wenn diese für den Schüler von Nutzen sein können.
Professionelle Lehrer machen keine Dumpingpreise,stellen ordentliche Rechnungen aus, lassen sich nicht vor den getarnten Verkaufskarren spannen und auch nicht mit sich feilschen. ;-)

Was will unser Jungjäger weiter erreichen?
Er will praktisches Können, mit theoretischem Wissen ergänzen und vice versa.
Dazu ist es notwendig, den zweiten Teil des Paketes aufzumachen.

learn1-mittlere-webansicht.jpg

LERNEN
Je früher man sich mit den theoretischen Kenntnissen rund um Waffe und Jagd beschäftigt ,um so eher wird einem klar, was es noch zu erfahren und zu erleben gibt.

Also Bücher, Internet und Antiquariate, Waffengeschäfte und Museen durchforstet !
Zu aller erst stehen die gesetzlichen Vorschriften.
Was darf ich und was nicht ?
Ob Waffenrecht , Stahlschrotverordnung oder Unfallverhütungsvorschriften…
Ob wir es mögen oder nicht :all diese Vorschriften sind zwingend,sie nur marginal zu kennen ,kann im Disaster enden.

Nicht nur, aber auch, um teilweise vertrackte Gesetze zu verstehen ,bedarf es Grundwissen um Waffentechnik, Ballistik und Jagdmethoden.
Leider gibt es zuwenig deutschsprachige Literatur übers Flintenschießen und auch die sogn. Fachzeitschriften kümmern sich um diesen Jagd- und Sportart schändlich wenig.

Deswegen : ein gutes Wörtebuch gekauft und abgetaucht ins Meer der englisch sprachigen Fachliteratur. Gute Bücher findet man auf Bundukis Bücherseiten im Flintenblog.

Doch man kann sich auch über Internet-Foren zu Gruppen treffen, die Erfahrungen austauschen.
Wohlgemerkt „IRL“ (in real live), denn die Flinten- Foren taugen zu Diskussionen und Kommunikation m.E. leider nicht mehr.
Zu viele Streithähne und Trolle jeden Alters, haben die, an sich blühende Forumskultur vernichtet.
Dennoch eignen sich diese Foren wenigstens noch dazu, um sich zu regionalen Treffen per PM (privater Nachricht) abzusprechen oder den einen, oder anderen Gleichgesinnten kennen zu lernen.
Als verlässliche Quelle versagen die Internetforen zusehends.
Zu leichtfertig wird Halbwissen gepostet,zu oft schlicht Unsinn geredet…Hauptsache :…man hat auch was dazu gesagt.
Die vagabundierenden Internettrolle brauchens für den Ego-kick…den usern hilfts in nichts weiter…Schade!

Also Foren-Information und besonders ihre Poster(!) hinterfragen und sich die nachprüfbare Quellen nennen lassen !…besonders wenn Fragen in sicherheitsrelevante Bereiche gehen oder gesetzliche Einschränkungen tangieren.

img_4078-mittlere-webansicht.jpg

Information über Waffen war generationenlang Sache des örtlichen Büchsenmachers.
Leider verstanden viele dies als Aufforderung, „ihr Herrschaftswissen“ zur Geheimwissenschaft zu verklären.
Heute denken manche Handwerker um und sehen in gut informierten Kunden auch treue Partner, die auch etwas mehr beim Fachmann bezahlen, um seine Kompetenz zu erhalten.

Suchen Sie , lieber Jungjäger, nach guten Flintenmachern!
Scheuen sie keine Wege…der Discounter mit seinem kleiderundmunitiondealenden Jungazubiverkaufsassistenten ist kein Partner des Jägers…er bleibt ,was er ist…Verkaufspersonal mit Lizenz zum rabattieren.

Immer mehr Bümas öffnen Ihre Werkstätte, geben Kurse in Waffenpflege und Renovierung.
Bümas unterhalten sich gerne mit Kunden und geben viel Infos weiter!
ABER man sollte dann auch KUNDE sein und nicht INFO-Schnorrer!

Auch Schießlehrer geben vielfältige theoretische Kurse,ob Stahlschrotproblematik,Waffentechnik,Wettkampforganisation,Selbstschutz oder Kurse für bestimmte Interessengruppen wie Ausbilder oder Reisende in exotische Flintenländer.

All dies sollte man nutzen, um die Wissens-spreu vom Wissens-weizen zu trennen.
Denn das allgemein übliche Geschnatter auf Ständen und Stammtischen ist keine gute Infoquelle. Hier werden seit Generationen abgestandene Halbwahrheiten immer wieder aufgewärmt, um Neulinge zu beeindrucken.

Ob die immer wiederkehrende Schaftanpassung über die Armbeuge, die Flintesprengenden Stahlschrotpatronen, die 20er Damenflinte und die Methode mit der antiken 16er und Randschroten jedes Flugwild auf alle Entfernungen zu treffen….Dummheit und Unwissenheit sind grenzenlos…Leider auch die Hartnäckigkeit, mit der damit auf Neulinge eingeprügelt wird.

Dagegen hilft nur selbst erarbeitetes Wissen!
Denn : wer nichts weiß - muß alles glauben !

mk10mk70-mittlere-webansicht.jpg

AUSRÜSTUNG

Und nun der letzte Teil des Paketes.
Nachdem Planung sicher gestellt hat, wie es flintentechnisch weitergehen kann und das Wissen soweit vervollkommnet ist , dass man sich nicht jeden alten Schießprügel andrehen lassen muss…geht’s zum genüsslichen Waffenkauf:

Nein ,auch hier nenn’ ich keine Marken, sehr wohl aber gebe ich eine Beschreibung einer Flinte, wie sie meiner Erfahrung nach dem oben beschriebenen Standard-Jungjäger beste Dienste und maximalen Wert bietet.

Das ganze in einem kurzen Satz ohne Händler-Schmus:
BDF + 12/76 + Wechselchokes + überbohrter Lauf + verstärkter Beschuß (+ evtl.WE-Lilie) + umschaltbarer Einabzug + Ejektor + Sportingschaft (verstellbar wenn möglich)

Welche Lauflänge, Schaftlänge, ob Zwischenschiene oder Hilfskorn …all dies wurde schon im Flintenblog ausführlich beschrieben und ist :
ganz nach Gusto und Notwendigkeit.
SLF,VDR,Df und alle Kaliber groß und klein… sind schön und fein… doch keine Kombination reicht, der oberen das Wasser in Preiswürdigkeit,Wiederverkaufswert,Universalität,gesellschaftl-jagdl.Akzeptanz,Haptik, Schwungverhalten sportlich und jagdlicher Eignung….ätsch! ;-)

chokes1-mittlere-webansicht.jpg

Beim Fabrikat sollte immer dem Markenprodukt der Vorzug gegeben werden.
Ersatzteile und Service müssen bei einer Flinte, auch noch nach einer Generation, uneingeschränkt verfügbar sein.
Der Vertrieb von Flinten sollte zum Hersteller seines Produktes stehen und es nicht mit Phantasienamen eindeutschen und „Hubertusnah“ verbrämen.
Billigprodukte aus dem Osten oder der Llevante sind billig , sonst nichts !
Sie nützen Ramschhändlern und manifestieren die Hybris des geizgeilen, aber ansonsten wenig ambitionierten Ballerproletariats, mit plump kopierter Rudimentärtechnik, den Leistungsstand von innovativen Qualitätsprodukten für lau erreichen zu wollen.

Der alte Rat , eine gebrauchte Markenflinte zu erwerben, ist nicht verkehrt, aber heute, aus zwei Gründen, anzuzweifeln.
Erstens ist durch die Stahlschrotvorgabe der Markt an gebrauchten modern beschossenen Flinten klein.
Zweitens ist durch den derzeitigen preislichen Zusammenbruch des Waffenmarktes, der Gebrauchtkauf überflüssig.
Schon für 1100 Euro erhält man derzeit mit Glück und Findigkeit, nagelneue WE beschossene Topflinten, die sonst für mehr als das doppelte gehandelt werden.

Da die Realpreise heute täglich schwanken, eignen sie sich nicht als Anhaltspunkt.
Anders die viel geschmähten UVPs.
Nicht, das diese Schwankungen zu begrüßen wären; eben diese Preise werden sich in Zukunft böse rächen…aber der Markt ist, wie er ist: derzeit ein Schäppchenparadies für neue Flinten.

Somit sind Marken-Flinten im UVP Segment von 1500 bis 2500 als sehr gute Mittelklasse und auch als dauerhafte Lebensflinte zu empfehlen.

Im Bereich von 2500 bis 4000 scheiden sich die Geister.
So werden exzellente Flinten in diesem Bereich gebaut,die alle modernen Anforderungen plus einer Portion Innovation erfüllen;…aber leider auch Waffen die man mit der Bezeichnung “heiße Luft” umschreiben darf.
Blendwerk wie nobles Holz oder gar eine Art Holzverschalung,aufgemotzte Gravuren ohne Inspiration und technischer SchnickSchnack mit “evolutionären” Namen, zeichnen diese Produkte aus.
Zwischen 4K und 6000 darf man sicher sein, die Differenz für optisches Blendwerk ausgeben zu haben.

blog10-kleine-webansicht.jpg

Dann ab 6000 Euro wird die Luft rein und klar.
Hier zählen keine Gravuren oder Verzierungen.Hier ist modernste Technik im Flintenbau UND traditionelle Handarbeit angesiedelt…keine Fabriken, sondern Manufakturen arbeiten hier an hoch spezialisierten Flinten für ein höchst anspruchvolles Kientel.
Keine aufgeblasenen “bestguns” mit den dekadenten Hogout altbritischer Geldvernichtung, sondern Leistungsboliden der Formel 1 des Flintenschießens.
Nur wenige dürfen sich diesem Club zurechnen…und meist sind es nicht die lautesten ;-)

Zur neuen Flinte, teuer oder preiswert, gehören natürlich immer Einweisung und Anpassung durch den Fachmann.
Denn zu jedem Flintenkauf gehört Service !… nicht zwingend ein Rabatt.
Dort, wo beide locken…ist eins davon nicht echt ;-)

klapp_system1-mittlere-webansicht.jpg

Was nun als Zubehör dazu gehört:

Waffenkoffer UND eine Softtasche…natürlich mit Schlösschen ;-)
Hochwertige Putzzeug und Pflegemittel auf synthetischer Basis
Pufferpatronen aus Metall
Der beste elektronische Gehörschutz und die beste Schießbrille!
Moderne Schießweste und eine Schießjacke für Nässe und Kälte.
Eine abschließbare Transportbox fürs Auto um Munition zu transportieren.
Ein Shellbag, um Munition und Kleinigkeiten auf dem Stand zu transportieren.
Eine Laserübungspatrone für das Heimtraining !!

…und: immer dabei:

Geduld und Bescheidenheit, um das Schießen zu erlernen.
Respekt vor der Kreatur, um Regeln und Waidgerechtigkeit zu leben
Respekt vor seinen Mitjägern, um Sportsmanship und Fairness zu zeigen.
Freunde mit denen man Freude ,Wissen und Erleben teilen kann.
Spass und Lebenslust an der für viele, schönsten Art zu jagen.

…Und auch ein dickes Fell …um all die, wenigen aber lauten , Ignoranten und Bosnickel der Jagd und des Sports zu überstehen.

Yours truly

wkpapa-2-mittlere-webansicht.jpg

Bunduki

ACHTUNG SEHENSWERT:

Nicht vorenthalten möchte ich nachstehende Bilder von Freund Joe vom Lost Target Portal.
Ein wahrer Himmel auf Erden für jeden Wurftaubenschützen.
Orvis Sandona in New York
Auch so kann ein Stand aussehen !

———————————————————————————————————————

Nachsatz an die Stammleser:

Den einen , die ob profilaktischer Erbostheit , geronter Überzeugung oder prinzipieller Selbstüberschätzung wieder mal nur halb oder gar nicht gelesen haben , oder jenen, die sich wieder mal “nur so” in putativer Entrüstung ausschütten wollen… sei der alte Spruch einer englischen Königin ins Gedächtnis gerufen und zum listigen Weiterdenken empfohlen:
there are no women after the glorious 12th of August
daran hält sich nun auch “yours truly” und verabschiedet sich eine Weile.
Also, heiße Luft sparen….

TIP: der Flintenblog wird von MIR allein finanziert und mit meiner Zeit und Know How erhalten …niemand wird gezwungen zu lesen…niemand muß meine Meinungen teilen…: Konsequenz: wenns nicht konviniert, einfach nicht reinklicken!

—————————————————————————————————————————

Den anderen ,die seit 2 Jahren dem Flintenblog die Treue halten,aufmunternd schreiben und auch mit Kritik so umgehen ,dass dieser Blog immer noch ,auch ohne Hilfe von Verlagen oder Industrie und trotz nicht unerheblicher Anfeindungeben eben jener, unabhängig existiert, sei herzlich gedankt .

Flintensport und Jagd werden schwieriger werden.
Noch schwieriger als bisher.
Von selbstverliebten Verbänden als lästig abgetan;…nicht mal einer halbwegs vernünftigen Jugendarbeit wert…
… von der Industrie nur noch als Sekundärmarkt akzeptiert,sehen die Zukunftsaussichten des Flintenafficionados und seines Sportes schlecht aus.

Um uns herum in Europa blüht dieser herrliche Sport…und wir schweigen ihn ” ins Grab”?

————————————————————————————————————————

Bald sind Wahlen,und wir aufgerufen, denjenigen, die uns als potentielle Totschläger ,Amokläufer und Sicherheitsrisiken in einer bisher einmaligen medialen Hetzkampagne denunzieren, ihre verdiende Quittung oder unser “Vertrauen” (lustig gell?) zu geben.
Es geht ,und das sei wohl bemerkt, nur sekundär ums Waffenrecht.
Primär wurden Bürgerrechte und die Würde und Integrität des rechtschaffenen, unvorbestraften Bürgers verletzt.

Und Bürgerrechte sind immer ein “one issue” vote wert!

Gehen Sie wählen und zeigen Sie, wer die Mitte des Volkes ist.

Wenn schon, denn schon!
Dann doch auch gleich mal den verschlafenen Verbandschefs auf die Füße getreten und bei der Jagdzeitschrft der Wahl gefragt,warum Flintensport und Jagd nicht mal ein paar werbeunabhängige Artikel wert ist…

Was aus unserem Sport wird ,entscheiden wir……………………………..oder ?

Hasta la vista ,…I’m gone, to have a little rest ;-)
scan-1-32-mittlere-webansicht.jpg

Fischhaut…Romben,Linien,Formen…Zweck oder nur schön?

spec-mittlere-webansicht-mittlere-webansicht.jpg

fhtitel4-mittlere-webansicht.jpg

Unverzichtbar beim blumigen Anpreisen eine Flinte oder Büchse ist die Fischhaut.

…sorgfältigst Handgeschnitten von fleißigen Elfen des Handwerks…
…einmalig in Ihrer innovativen Form der Schlangenlinie…
…wertsteigernd als noble Schaftverschneidung…
…sichert eine guten Halt der Waffe…

Ok…where’s the beef ?

Eine Fischhaut ist nichts anderes, als eine Fläche am Schaft, die durch Bearbeitung besonders griffig sein soll.
Soweit die Theorie des Zweckes.
Die Realität ist etwas flexibler… ;-)

fh2a-mittlere-webansicht.jpg
Die Linien die in das Holz geschnitten oder gepresst werden, dienen heute vorwiegend als Verzierung.
Wenn sie wirklich mehr Griffigkeit geben, sind sie scharf pointiert und weniger eng geschnitten, als eine Fischhaut, die nur auf Optik ausgelegt ist.

Bei der Fischhaut misst man international die geschnittenen Linien auf (z.B.) einem Zoll.
D.H. eine 20er Fischhaut weist 20 Schnittlinien pro 25,4mm auf.

Der Unterschied zwischen der fabrikmäßig geschnittenen 20LPI und einer handgeschnittenen
24LPI fällt manchmal gar nicht auf (ausser auf dem Kontoauszug).

Traditionelle Handwerker schneiden Fischhäute mit Fischhauteisen.
Eine langwierige und sehr kunstvolle Arbeit,bei der natürlich die Feinheit der Arbeit,also die Anzahl der geschnittenen Linien und die Unterbrechungen durch breite Schwunglinien auch als Qualitätsmerkmal dient.

Die Fischhauteisen werden heute abgelöst von elektrischen Schneidern und in der Massenproduktion wird auch gerne in das Holz einfach ein Muster gepresst.
Die neuen Arbeitsmethoden bilden die Basis für allerlei Formen und kunstvolle Linienführungen und seit die Lasertechnologie auch komplexe Figuren zum Bruchteil der Handarbeit möglich macht,ist der Kreativität eigentlich keine Grenze gesetzt.
Merkwürdig, dass den Designern nicht wirklich mal was neues einfällt.

Nichts wirklich neues,denn schon in den 70 und 80ern versahen Remington ,Winchester und andere ihre Schäfte mit gepressten Flechtmustern,scheußlichen ,aber damals modernen Blumenranken und viel Schnickschnack mehr.

Bessere Griffigkeit brachte das damals auch nicht, aber man war sowieso “Flower Power” ,”Afri Cola” und ein bischen Bluna.

Bei uns blühte damals die schottische Fischhaut auf Schäften mit extra großen Romben und gab ,sofern wirklich geschnitten, ein Mehr an Griffigkeit aber nicht gerade den Stil ,den man mit der Jagd auf dem Hochland assoziiert.

fh4a-mittlere-webansicht.jpg

Schön ist, was gefällt und wofür man bereit ist ,zu bezahlen.
Doch die Funktion?
Adhäsion(Haftung) ist da von Nöten, wo feuchte Hände die Waffe nicht mehr sicher halten können.
Die maximale Griffigkeit eines Waffenschaftes erreicht man bei Holz wohl am ehesten, durch das Punzieren.
Eine wenig edle,eher brutale, Aufrauung des Holzes, die aber der Hand ein Maximum an Adhäsion bringt, sofern sie grob genug gearbeitet wurde.
Ansonsten dient sie als Hintergrund und Lückenfüller für Verschneidungen .

fh5a-mittlere-webansicht.jpg

Wer wirklich eine Griffunterstützung braucht, ist damit sehr gut aufgehoben.
IPSC Schützen und Freunde des Kunststoffschaftes haben sich andere Möglichkeiten ausgedacht,die Grifffläche rutschfest zu machen.
Sie benutzten Skate board tape (rau wie Schmirgelpapier) an Pistolengriffen und an Gewehrschäften werden raue Texturen geklebt oder schlicht Schrumpflacke aufgetragen.

Manche Erfinder glauben sich beim Flintenschaft-Design an den diabolopubsenden politisch korrigierten Schieß-Gehhilfen der LG-schützen orientieren zu müssen, um auch endlich aus der Flinte ein medien-entschuldbares DSB-Sportgerät mendeln zu können.
Da passt natürlich die punzierte Fläche zum evolutionären Gesamtbild.

So manchem fällt dabei eher ein Satz von Schustern und ihren Leisten ein ,als eine Verbindung zu edlen Flinten zu finden.

Extrem-Schützen die Jahr für Jahr nach Cordoba fliegen ,um dort Tausende von Schuß auf Tauben abzugeben, bevorzugen glatte Schäfte und den Einsatz von Handschuhen.

Schon manch einer dieser Jäger flog mit einer nagelneuen Flinte mit handgeschnittener Fischhaut nach Argentinien und liess nach ein paar Tagen einfach die schönen Romben alle abschmirgeln.Die hatten ihm bei den heißen Schießereien nämlich eine Menge Pflaster an den wunden Händen eingebracht.

fhtools1a-mittlere-webansicht.jpg

Aber Jaaaa.
Natürlich sieht das “bewußte Nichts” an einer schönen Flinte erst mal ungewöhnlich aus.
Aber mal zugegeben: die fabrikmäßig eingepresste 08 15 Fischhaut reißt einen auch nicht vom Hocker…oder das „schottische“ Muster der 70er Jahre,oder die gepresste Schuppen aus Anatolien….. brrrrrrr

Kommt dazu, dass viele Fischhäute regelrecht kaputtgepflegt werden, in dem man sie und ihre Spitzen mit Schaftol , Lack und natürlich dem Zahn der Zeit rundbügelt.

Braucht man sie also wirklich?
Ich glaube: eher nein!
Die maximale Griffigkeit an einem Gewehrschaft erreicht man mittels eines dünnen Schieß- oder Golfhandschuhes, der auf glattem Holz absolut verrutschsicheren Halt gibt.
…Ob die Hände eines Jägers heute noch mit, Blut, Schweiß und Öl soweit verschmiert sind ,dass er die Waffe nicht sicher beim Angriff der Kampfwusel halten kann, und dazu nicht mal einen Lappen zum Fingerbawischen dabei hat.
…Ob feinste Fischhaut dem Sportler bei Stressschweiß doch mehr Halt gibt,oder eine punzierte Oberfläche,ein Handtuch oder eine Schießhandschuh nicht bessere Dienste erfüllen…

Sicherheitsdienste die auf Schiffen Dienst tun,schwören auf rauhe Texturen mit denen die Schäfte beschichtet werden.
Zurecht,denn dort ist Feuchtigkeit,Öl und Schmutz all überall…doch wer von uns fährt schon mit der Flinte zur See auf Pirsch nach Piraten?

Wir als “normalos”, wollen einen “hübschen” Schaft an unseren Jagd und Sportflinten.
Dort kommt eine edle Holzmaserung OHNE Fischhaut oft viel besser zum Ausdruck, als mit ein paar lieblos und phantasielos geritzten Fabriklinien, spinösen Laserkrakeleien oder mottenkistigem Eichenlaub.

Wenn Sie also gerade dabei sind, sich einen Maßschaft fertigen zu lassen, oder einen alten Schaft aufarbeiten, überlegen Sie mal, ob das Ganze nicht besser OHNE aussehen würde oder holen Sie sich ein paar Inspirationen bei Künstlern,die Fischhaut und Schaftverschneidung auf ihre eigene Weise interpretieren.

Hier zwei Beispiele :

Franz Haas

Mario Sommer

…vor allem lassen die beiden die barocken röhrenden Hirsche,suhlenden Schweine und flatternden Hühner dort wo sie hingehören…in der Natur ;-)

und hier noch einer aus seiner eigene Liga

HOFER

fhtitel8-mittlere-webansicht.jpg

Wie immer …nichts ist individueller, als die Flinte in ihrer Einfachheit: Jedem Hirsch sein Geweih,jedem Kind seinen Luftballon !
Geschmack ist was gefällt.

Und für denjenigen dem es minimalistisch mit Optimierung des Holzcharakters gefällt:
Ein gutes Finish ,professionell aufgetragen und feinst poliert, machte schon oft aus einem alten zugesaberten Ölschaft ein kleines Schmuckstück.

Bunduki

Platz fürs gute Händchen…Vorderschäfte ala carte?

spec-mittlere-webansicht-mittlere-webansicht.jpg

foreendtitel-mittlere-webansicht.jpg

So viele Gedanken sich potentielle Flintenkäufer über Ihre neue Waffe machen, um so individueller auch die seit Jahren wachsende Konfigurationsmöglichkeit von Flinten geworden sind, ein Teile der Flinte wird immer weniger beachtet.

Wird beim Hinterschaft intensiv überlegt und probiert wie lange er sein muß, welche Senkung ideal ist und welche Schaftkappe hübsch und gleichwohl praktisch ist, so wenig wird heute über den Vorderschaft nachgedacht.

Das war nicht immer so.
Alte Hasen des Flintengeschäftes kennen die Fragen nach Biberschwanz, Halbbiberschwanz und nach Jagdschaft mit Nase, die in den 70er Jahren aufkamen und bis ca. vor 15 Jahren noch selbstverständlich jedes Verkaufsgespräch begleiteten.

Heute hat sich die Frage nach dem Vorderschaft fast erübrigt, da inzwischen das Programm der Hersteller egalisiert wurde.
Schlanke Vorderschäfte mit Schnabel/Nase oder die puristische american Form dominieren heute den Flintenbau der BDFs.
Sie sind für alle Handstellungen gleich gut geeignet, haben eine schmale elegante Silhouette und sind optisch unauffällig.

Allein bei einigen Sportvarianten werden noch die früher zu jeder Sportwaffe gehörigen Biberschwanzschäfte angeboten.

Sie werden aber schon fast als exotischer angesehen, wie die Splintervorderschäfte der DFs
Selbst bei der SLF mit ihrem Innenleben von Magazin und Gasgestänge wird Wert auf die gleiche „Flächenutzung“ zur Handauflage, wie bei einer Durchschnitts BDF gelegt.

foreend-3-mittlere-webansicht.jpg

Einige Büchsenmacher haben indess eine Marktlücke entdeckt und bieten Vorderschäfte an, die in Umfang und/oder Form der Führungshand angepasst sind.
Auch Vorderschäfte mit Fingerrillen ,wie man sie von KW-griffen kennt,werden angeboten.
Die Nachfrage hält sich derzeit in Grenzen, sehen diese sogn. “ergonomischen” Teile doch schon sehr gewöhnungsbedürftig aus.
Dennoch ist ist zu begrüßen,dass dieser Teil der Waffe nicht ganz der Lego-Baukasten-
Methode und des voralpenländischen Einheitsdenkens der Lageroptimierung zum Opfer gefallen ist.

griffweiten-mittlere-webansicht.jpg

Dabei ist die Wahl des Vorderschaftes nicht gänzlich unwichtig.
Der feste Griff und die spielerische Führung der Flinte mit der linken Hand wird nur dann möglich sein, wenn die Größe des Schaftes und sein Querschnitt zur Schützenhand passt.

Dies ist besonders bei Personen zu bedenken, die viel mit ihren Händen arbeiten und somit die Form und Größe ihrer Hände verändern.

Bei so manchem Handwerker kommen die schlanken Tulpenschäfte nicht recht in Schwung. Kaum hat er einen breiten Sportschaft in der Hand fühlt er sich sofort besser.

UND : manchmal ist auch die Feile angesagt, wenn die fabrikmäßigen Sportschäfte zu breit sind ,aber dennoch das Profil mit laufparalleler Griffrille bevorzugt wird.

Passen die Standardmaße nicht, so steht der Anpassung nichts, nicht mal große Kosten, im Wege.

foreend01-mittlere-webansicht.jpg

Eine gerade Fläche innerhalb der Hand (siehe Bild 3) dient als optimale Auflage und Unterstützung.
Die Lage der Finger (Bild 4) ergeben je nach Gusto mittels Deutgriff und ausgestrecktem Zeigefinger oder Klammergriff die ganz individuelle Führung und das Feingefühl für den Schwung.

Die Hand sollte entspannt sein und gleichzeitig unverkrampft die Waffe halten und führen können.

Zum Unterschied der Griffvarianten:
beim Deutgriff sugeriert der ausgestreckte Zeigefinger ein Deuten aufs Ziel.Die Hand erhält mehr Auflage über Mittelfinger und Ringfinger.Die Hand wird nach vorne gestreckt bei wenig Biegung im Gelenk.
Beim Klammergriff wird ein optimum an Kraft umgesetzt da, der Schaft durch die stärksten Hand und Fingermuskeln unterstützt/gehalten/geführt wird.Das Handgelenk wir steiler abgewinkelt.

Welcher Griff besser,welche der zig Varianten davon richtig ,falsch oder ideal ist????…
…richtig ist was gefällt und den Schützen die Waffe sicher und kontrolliert führen lässt.

img_5000-mittlere-webansicht.jpg

Das wird bei den meisten Menschen durch einen schlanken Schaft, in relativ universellen Maßen, erreicht.
Wie die Bilder mit den Größen zeigen, sind die Unterschiede innerhalb einer Waffenreihe relativ unerheblich.
Auch zwischen den einzelnen Herstellern sind Variationen sehr gering.
Ob BDF oder Selbstlader…man hält sich an ein wohl universelles Maß zwischen 42 und 47 mm Breite.

foreend1-mittlere-webansicht.jpg

Doch die Regel kennt die Ausnahme und die kommt in Form des mit einer breiten Unterlage und schmalen Fingermulde ausgestatteten „ Beavertails“ oder Biberschwanzvorderschafftes.
Seine Ursprünge liegen in den Sportwaffen der USA, als diese noch ihre Läufe nebeneinander hatten,
Um eine gute Führung zu erreichen, Gewicht zu addieren und vor allem zu verhindern ,dass sich der Schütze am Lauf die Finger versengt, statteten viele US Flintenbauer ihre Waffen mit breiten und an den Seiten hochgezogenen Vorderschäften aus.
Typischen Beispiel sind die Flinten Modelle 21 der Fa. Winchester oder Parker.

Die Beliebtheit dieses Vorderschaftes wurde dann auch auf die BDFs übertragen und nach kurzer Zeit gab es keine Sportflinte für Trap oder Skeet mehr, die nicht über den Biberschwanz verfügte.
Bis heute sind dies Schäfte bei den Sportflinten vieler Hersteller im Angebot.

Der Vorteil dieser breiten Handauflage ist sicher ein subjektiver.
Aber die Führung scheint nach Meinung vieler Benutzer dieser Schäfte kontrollierter , der Schwung durch das Mehr an Gewicht und Masse etwas ausgewogener.
Oft findet man diese Schäfte auch noch an relativ kurzläufigen Flinten.
Deren Besitzer behaupten damit die gleiche Schwungdynamik zu haben, wie mit einer 1 Zoll längeren Flinte.
Sicher eine gewagte Behauptung, die allerdings, da subjektiv vom Schützen so empfunden, nicht widerlegt werden kann.
Vertrauen wir also wieder auf unseren „inneren Schweinhund“ der uns bei der Flintenauswahl helfen sollte, auf dass auch er mal was Gutes vollbringe. ;-)

griffweiten2-mittlere-webansicht.jpg

Eine besondere Art des Vorderschafftes findet sich bei DFs.
Ein kaum merkliches Stück Holz verdeckt dort wichtige Technik unter dem Lauf und soll auch noch schön aussehen.
Nun,… in der Minimalistik der Formgebung des Doppelflintenbaus liegt der wahre Reiz dieser Waffen, die in keiner technischen Eigenschaft BDFs das Wasser reichen können…außer eben, in ihrer unvergleichlicher Eleganz und der dadurch vereinfachten Balance der Waffen.
Doch der Nachteil ist immens:
Verbrannte Finger vor denen man sich mit Handschuhen oder hässlichen Ledermanschetten schützt…
Kein Platz für lange Finger oder große Hände, kaum Führung, aber eben dieser Hauch von Stil…

griffweiten3-mittlere-webansicht.jpg

Wie sehr auch bei der Wahl des Vorderschaftes , jenseits der Ästhetik, die praktische Auswahl stehen sollte, zeigen die nachstehenden Bilder, in denen mit einem vom Maß idealen und vom Schützen als bequem empfundenen Vorderschaft (oben) auch die anderen Extreme, wie der zu große Beavertail oder der zu kleine Splinter, demonstriert werden .

foreend02-mittlere-webansicht.jpg

Die Auswahl der Flinte ist, irgendwo hatte ich das doch schon mal gesagt???? ;-) ,…
….eine ganz und gar individuelle Sache!
Also nehmen Sie sich auch für den Vorderschaft die Zeit mal rumzuprobieren.
Schrecken Sie auch nicht davor zurück, Ihren Vorderschaft schmaler machen zu lassen;
… auch auf die Gefahr ,dass sie so was wertvolles wie eine Fischhaut verlieren… ;-)
Zu diesem Thema und der überschätzen Schnitz und Prägearbeit an Flintenschäften gibt’s was in einem der folgen Blogs.

Das gute Führungshändchen wird’s Ihnen mit ermüdungsfreiem Schwung und einigen Treffer mehr danken.

Bunduki

|